In den Türmen von Qin und den Häusern von Chu fragt man nicht nach Frühling und Herbst.
„Die Türme von Qin“ sind die Türme und Terrassen des Staates Qin; „die Häuser von Chu“ sind die Häuser des Staates Chu. Beide bezeichnen Orte, an denen Prostituierte leben. Es besagt, dass die Söhne aus Bauernfamilien sich in den Vergnügungsvierteln verlieren, lange dort verweilen, die Rückkehr vergessen und nicht mehr wissen, ob Frühling oder Herbst ist.
Sie verkaufen den angestammten Familienbesitz, um die Schulden ihrer Liebesabenteuer zu begleichen; die Versorgung der Eltern kommt vollständig zum Erliegen.
„Zum Erliegen kommen“ bedeutet hier, eingestellt zu werden. „Versorgung“ meint die Speisen und das Getreide, mit denen man seine Eltern ernährt. „Schulden“ sind ausstehende Verbindlichkeiten. „Schulden der Liebesabenteuer“ sind geliehene Geldbeträge, die für den Umgang mit Prostituierten ausgegeben wurden. Sind die Schulden erst zahlreich geworden, bleibt nichts anderes übrig, als den gesamten angestammten Familienbesitz zu verkaufen. So wird schließlich auch die Versorgung der Eltern mit Speisen und Getreide vollständig eingestellt.
Er verpfändet die Mitgift, um morgens wie abends zu schlemmen und sich zu betrinken; für die Kinder bleibt der Herd lange kalt.
„Verpfänden“ bedeutet, etwas als Sicherheit für Geld zu hinterlegen. Die „Mitgift“ sind die Kleider und Schmuckstücke, die die Ehefrau bei der Heirat mitgebracht hat. Weil er Tag und Nacht im Haus der Prostituierten schlemmt und sich betrinkt, hat er die Mitgift schon längst vollständig verpfändet. Dadurch erlischt zu Hause das Herdfeuer; es gibt keinen Reis mehr für den Topf, und auch die Kinder müssen fortan frieren und hungern.
Das Geld am Kopfende des Bettes ist aufgebraucht; Krankheiten aus eigener Verfehlung haften ihm an.
Das „Kopfende des Bettes“ ist die Stelle neben dem Kissen. „Das Geld ist aufgebraucht“ bedeutet, dass alles Geld ausgegeben wurde. „Krankheiten aus eigener Verfehlung“ sind etwa Syphilis oder Tripper, mit denen man sich im Haus der Prostituierten angesteckt hat, oder Krankheiten wie Bluterbrechen und Auszehrung infolge übermäßiger sexueller Begierde, die einem dann anhaften. Da man dieses Unheil selbst verursacht hat, heißen sie „Krankheiten aus eigener Verfehlung“.
Niedergestreckt liegt er auf der Straße; Verwandte und Freunde halten sich die Nase zu.
Hat sich ein der Unzucht verfallener Mensch durch den Verkehr mit Prostituierten eitrige Geschwüre und andere Krankheiten aus karmischer Schuld zugezogen, verweigern ihm die Prostituierten den weiteren Umgang und weisen ihn zur Tür hinaus. Da er nicht mehr gehen kann, bleibt ihm nur, auf der Straße zu liegen. Der üble Geruch ist unerträglich; Verwandte und Freunde, die dort vorbeikommen, halten sich allesamt die Nase zu.