Mit einer Kerze in der Hand wartete ich auf den Morgen; Cao Man wollte ich mich nicht anschließen.
„Morgen“ bedeutet Tagesanbruch. Der Kaiserliche Herr sagt: In früheren Jahren begleitete und beschützte ich die kaiserliche Schwägerin auf einer Reise, als wir vom Lager Cao Caos aufgehalten wurden. Cao Cao wollte Zwietracht zwischen mir und meinem Herrn säen. Er sperrte mich und meine Schwägerin gemeinsam in ein Zimmer, um uns als Schwager und Schwägerin zu einem unerlaubten Verhältnis und zum Verrat am kaiserlichen Onkel zu verleiten. Ich wollte mich jedoch nicht zur Ruhe legen, sondern hielt eine Kerze, saß da und las die „Frühlings- und Herbstannalen“, während ich auf den Tagesanbruch wartete. Da ich mich Cao Man nicht anschließen wollte, ließ ich mich nicht auf seinen hinterhältigen Plan ein.
Ich erschlug Generäle und durchbrach die Pässe; ich suchte meinen Bruder und beschützte meine Schwägerin.
Danach verließ ich Cao Caos Lager, durchquerte fünf Pässe und erschlug sechs Generäle. Ich beschützte die kaiserliche Schwägerin und suchte meinen älteren Bruder, den kaiserlichen Onkel. Genau darin zeigte sich, dass mein Herz ganz den Han gehörte.
Liuxia Hui blieb unberührt, als eine Frau auf seinem Schoß saß – welch reine Erhabenheit! Lu Zhonglian hielt die Tür geschlossen und gewährte keinen Einlass – welch ehrenhafte Haltung!
Liuxia Hui war ein Weiser aus der Zeit der vielen Staaten. Einst kam eine Frau zu ihm und setzte sich auf seinen Schoß. Sein Herz geriet nicht in ungehörige Erregung; seine Reinheit und Erhabenheit sind kaum zu übertreffen. Lu Zhonglian war ein tugendhafter Mann aus der Zeit der Streitenden Reiche. Einst begegnete ihm eine Frau, deren Dach während eines nächtlichen Regens undicht geworden war. Sie bat darum, in seinem Haus vor dem Regen Schutz zu finden. Er hielt jedoch die Tür geschlossen und wollte sie nicht aufnehmen. Seine ehrenhafte Haltung ist kaum zu übertreffen.
Ich wünsche, dass die jungen Begabten auf ihr Dantian achtgeben.
„Begabte“ sind heldenhafte, herausragende Menschen mit Talent. Doch solche jungen Menschen verkürzen oft durch ihre Begierde nach Schönheit ihr Leben. Daher wünscht der Kaiserliche Herr, dass begabte Menschen unbedingt ihr Dantian bewahren, um ihre geistige Lebenskraft zu nähren. Das Dantian ist der Ort, an dem diese Lebenskraft gespeichert wird, etwa ein Cun unterhalb des Nabels.
Wer sich nicht von sexueller Begierde schädigen lässt, darf auf ein hohes Greisenalter hoffen. Wer sich nicht von Röcken und Haarnadeln verleiten lässt, dessen Tugend kommt Kindern und Enkeln zugute.
„Sexuelle Begierde“ meint das eigennützige Verlangen nach Schönheit. Die Alten sagten, dass es viele Dinge gibt, die dem Leben schaden, doch wer der Begierde nach Schönheit folgt, schädigt unweigerlich seinen Körper. Wer sich nicht von sexueller Begierde schädigen lässt, darf von selbst auf ein hohes Alter von achtzig, neunzig oder hundert Jahren hoffen. Achtzig nennt man „mao“, neunzig „die“; beides bezeichnet hochbetagte Menschen. „Röcke und Haarnadeln“ meint schöne Frauen, die seidene Röcke und goldene Haarnadeln tragen. „Verleiten“ bedeutet, dass ein Mann irrtümlich in die Grube der Lust gerät, sich von ihnen betören lässt, das schwerste Übel begeht und dadurch seine Nachkommen nicht gedeihen. Wer sich nicht von Röcken und Haarnadeln betören lässt, erwirbt sehr großes verborgenes Verdienst. Dieses kommt unweigerlich den Nachgeborenen zugute und lässt Kinder und Kindeskinder gedeihen und erfolgreich sein.