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《阴律无情》文化导读 · DE

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原节 1.4 · Absicht, Handlung und ihre Folgen

Eine Handlung beginnt häufig mit einer Absicht. Jemand nimmt ein Bedürfnis wahr, überlegt eine Antwort und entscheidet sich, etwas zu tun. Yin bezeichnet die Ursache, Yuan die mitwirkenden Bedingungen, Ye das Handeln mit seinen fortwirkenden Folgen und Guo die daraus reifende Frucht. Zu den Bedingungen gehören Gelegenheiten ebenso wie bestehende Beziehungen und Gewohnheiten. Das Handeln selbst umfasst Körper, Sprache und Geist: etwas ausführen, etwas zusagen oder eine Absicht entwickeln. Diese drei Bereiche, Shen, Kou und Yi, hängen zusammen, können aber unterschiedliche Schritte eines Vorgangs betreffen. Ein Gedanke kann weiter gepflegt, ausgesprochen, vorbereitet oder wieder aufgegeben werden.

Den Unterschied der Absichten veranschaulicht der Stadtgott an drei Käufern derselben schwarzen Kleidung. Einer möchte sie einem armen Nachbarn schenken: Die dunkle Farbe lasse Schmutz weniger auffallen und erspare häufiges Waschen. Ein anderer kauft sie, weil sie für einen nächtlichen Diebstahl geeignet sei. Der dritte hat keinen besonderen Wunsch; der Verkäufer fordert ihn zum Kauf auf, und er kauft. Der erste verfolgt Hilfe, der zweite eine Schädigung, der dritte bleibt gleichgültig. Beurteilt wird hier schon der jeweilige Kaufentschluss. Die vorgesehene Gabe und der geplante Diebstahl liegen noch vor den Käufern und gehören als Ziele zu ihrer Entscheidung.

Dafür verwendet die Erklärung die Kategorien gut, schlecht und Wuji, ethisch unbestimmt. Auch der unbestimmten Handlung wird eine spätere Frucht zugeschrieben. Überwiegt das Gute, nennt der Stadtgott menschliche und himmlische Geburten; überwiegt das Schlechte, Höllen, hungrige Geister und tierische Existenzen. Bei vorherrschend unbestimmtem Handeln spricht er besonders von menschlichen und geisterhaften Geburten. Alle diese Lebensformen gehören zum Wiedergeburtenkreislauf. Ein günstiges weiteres Leben ist innerhalb dieses Kreises bereits eine Veränderung der Lebensbedingungen. Die vollständige Befreiung vom erneuten Geborenwerden bildet ein weiter reichendes Ziel, das mit zusätzlichen Anforderungen an die eigene Übung verbunden wird.

Die einzelnen Schritte einer Handlung behalten dabei ihr Gewicht. Für unverheiratete Menschen, die noch keinen Geschlechtsverkehr mit dem anderen Geschlecht hatten, nennt eine Antwort beim Betrachten pornografischer Inhalte eine Minderung, wenn keine weitere Handlung folgt und rechtzeitig Reue eintritt. Eine andere Unterweisung verlangt bereits beim feinsten begehrenden Gedanken sofortige Umkehr. Auch eine überwundene Krise beendet nicht jede alte Gewohnheit. Über einen aus der Hölle befreiten Mann erklärt der Richter, in dessen nächstem Leben könnten erneut Diebstahlsabsichten entstehen. Gerade dann solle er bereuen und die Gebote halten. Die Unterweisung verfolgt, wie ein begonnener Vorgang weitergeht und an welcher Stelle er unterbrochen werden kann.

Für das Verlassen der drei Daseinsbereiche nennt der Stadtgott das Halten der Gebote, beständiges Buddha-Gedenken, verborgenes gutes Handeln und Bodhicitta: den Wunsch nach Erwachen und nach Hilfe für alle leidenden Wesen. Die Ausrichtung des Wunsches reicht damit über den eigenen Vorteil hinaus. Selbst eine sehr kleine eigennützige Beimischung in einem guten Gelübde habe noch ihre entsprechende Folge. Gute Absichten sollen deshalb in hilfreiche Taten übergehen und dabei immer klarer werden. Ein Mensch gestaltet seinen weiteren Weg durch das, was er beginnt, was er fortsetzt und welche Beweggründe er bewusst aufgibt.

原节 1.5 · Verdienst und günstige Lebensbedingungen

Gutes Handeln kann das Leben eines anderen erleichtern und zugleich die eigene Entwicklung prägen. Gongde bezeichnet den religiösen Wert solcher Taten und der Übung, aus der sie hervorgehen. Fude hebt die günstigen Voraussetzungen hervor, die dadurch anwachsen; Fubao meint ihre Frucht, sobald sie als Wohlergehen erfahrbar wird. Die Wörter überschneiden sich in ihrer Verwendung, richten den Blick aber auf unterschiedliche Zusammenhänge. Eine hilfreiche Absicht, ihre tatsächliche Umsetzung und die späteren Möglichkeiten eines Lebens stehen miteinander in Verbindung. Bei der Kleidung für den armen Nachbarn kommt die Hilfe bereits als Zweck des Kaufes zum Ausdruck; ihr Wert entsteht aus der Zuwendung zum Empfänger.

Fu, Shou und Lu benennen mehrere Formen günstiger Lebensbedingungen. Fu kann ausreichende Nahrung, Kleidung und hilfreiche Umstände umfassen. Shou betrifft die Lebensdauer. Lu bezeichnet Versorgung, Bezüge oder eine damit verbundene Stellung, besonders im Umfeld eines Amtes. Ein Mensch kann in einem Bereich begünstigt sein und in einem anderen Schwierigkeiten haben. Die Antworten führen etwa Wohlstand auf frühere Großzügigkeit zurück, während andere frühere Handlungen Beschwerden oder Hindernisse nach sich ziehen. Was vorhanden ist, wird im Laufe des Lebens genutzt; gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten durch gegenwärtiges Tun. Die verschiedenen Früchte behalten dabei ihre jeweilige Ursache und ihren eigenen Verlauf.

Yinde erhält in einer Unterweisung eine besonders bestimmte Bedeutung. Der Richter nennt drei Arten: ein Menschenleben retten, eine Witwe in der Bewahrung ihrer Keuschheit unterstützen und vollkommen Gutes tun, ohne dass andere davon erfahren. Die Hilfe für die Witwe folgt dem historischen Ideal einer lebenslang fortbestehenden Bindung; die unbemerkte gute Tat braucht keine öffentliche Anerkennung. Beide gehören neben der Lebensrettung zu den ausdrücklich genannten Wegen, das bisher bestimmte Schicksal zu verändern. Die Erläuterung verbindet solche Taten mit Wohlergehen, hohem Ansehen und günstigen Lebensmöglichkeiten für spätere Generationen. Ihre Wirksamkeit reicht in dieser Darstellung über den unmittelbar sichtbaren Lohn hinaus.

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