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《阴律无情》文化导读 · DE

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Der Spiegel der Verfehlungen macht Handlungen sichtbar, die Menschen verbergen konnten. Seine ovale Glasfläche misst ungefähr 3,3 Meter in der Höhe und 1,8 Meter in der Breite. Grünliches, reliefverziertes Holz rahmt sie ein und bildet den rechteckigen Sockel; die Schnitzereien leuchten schwach. Als Beispiel steht davor ein Mann, der weder gemordet noch Feuer gelegt haben will. Zwei Wächter stoßen ihn vor die Fläche und zwingen ihn auf die Knie. Der Spiegel zeigt seine Affären mit mehreren Frauen und den Kummer seiner Ehefrau, die krank wurde und im Bett starb. Zitternd wird er fortgebracht. Die sichtbaren Folgen widersprechen seiner engen Vorstellung vom eigenen Unrecht.

Bei einer Frau betrifft die Vorführung eine gezielte Verleumdung. Sie kennt die buddhistische Lehre gut und behauptet dennoch aus Neid, ein streng gebotstreuer Laienlehrer habe jemanden vergewaltigt. Er verliert seine Zuhörer und zieht sich schließlich zurück, um allein zu üben. Eine Freundin verbreitet dieselbe Anschuldigung weiter. Deren unverständiges Nachreden wird von der sorgfältig vorbereiteten Verleumdung der Frau unterschieden. Vor den Anwesenden werden Behauptung, Absicht und Folgen sichtbar. Die religiöse Kenntnis der Frau verändert dabei nicht, was sie getan hat; ihre bewusste Vorbereitung gehört ebenso zur Beurteilung wie die Auswirkungen auf den Lehrer und diejenigen, die seine Unterweisung verlieren.

Der Richter verbindet dieses Sichtbarwerden mit inneren Aufzeichnungen und den Berichten der begleitenden Gottheiten. Gute Taten entsprechen dem hellen Yang, schlechte dem schattigen Yin. Heimliche Verfehlungen bleiben im Speicherbewusstsein, ālayavijñāna, erhalten. Der äußere Spiegel besteht aus heiligem Holz, kostbarem Glas und vereinigten Yin- und Yang-Kräften. Er tritt mit den inneren Schatten in Verbindung und zeigt sie. Ein angeführter Vers des Huayan-Sūtra erklärt das Hervorgehen der Erscheinungen aus dem Geist. Bei durchgehend guten Menschen bliebe die Fläche hell und leer; tatsächlich brauchen sie nicht vor den Spiegel zu treten. Das Verfahren richtet sich auf die in einem Leben entstandenen Handlungen und deren Spuren.

原节 6.7 · Erlaubnis, Auftrag und Berechtigungszeichen

Ein lingpai macht eine erteilte Befugnis erkennbar. Wer es ausstellt, wem es gilt und welche Handlung es erlaubt, gehören zu seiner Bedeutung. Für die Entstehung von Yinlü wuqing wird eine solche Erlaubnis für die Dauer der Bucharbeit beschrieben: Die beauftragte Verfasserin darf die Unterwelt betreten und verlassen. Ein eigens zuständiger Richter begleitet sie und beantwortet Fragen; bei seiner Verhinderung müssen andere Amtsträger helfen. Sie sollen zudem besonders aussagekräftige Fälle vorschlagen, damit das Buch trotz der großen Ausdehnung der Unterwelt bald erscheinen kann. Die Bewegungsfreiheit und die Unterstützung dienen damit einer zeitlich bestimmten Aufgabe.

Eine Berechtigung muss auch am jeweiligen Ort anerkannt werden. Die beiden Torgötter am Sitz des Chenghuang haben die Nachricht erhalten, dass die Verfasserin mit dem Richter kommen wird. Sie begrüßen ihn, sehen beide auf das mitgeführte Zeichen und lassen sich die Identität bestätigen. Daraufhin übernimmt der linke Torgott die Begleitung zum arbeitenden Hausherrn. Ankündigung, sichtbarer Nachweis und persönliche Bestätigung wirken zusammen. Das Material dieses Zeichens bleibt unbeschrieben; sein Gebrauch ist durch die Prüfung und die anschließende Zulassung deutlich bestimmt. Die Torgötter erscheinen dabei als kräftige, bewaffnete Krieger in alter Kleidung.

Für die Kindergeister der Stadt des Weinens wird ausdrücklich eine andere Ausführung genannt: ein gelbes Blatt Papier, das jedes Kind einer großen hinausfliegenden Gruppe in der Hand hält. Der höchste Unterweltherrscher hat diese Berechtigungen genehmigt. Die Wachen erlauben den Kindern damit, die Stadt zu verlassen und ihre Eltern zu suchen. Die Papierfarbe gehört also zu einem bestimmten Dokument mit bestimmten Empfängern. Seine Erlaubnis betrifft zunächst die eigene Weiterreise. Dass die Kinder hinausdürfen, bedeutet noch keine Lösung des Leidens und der feindseligen Bindung, die sie mit sich tragen.

Der Richter beschreibt, wie die Geister ihren Eltern folgen und deren Schlaf stören können. Manche heften sich an Gebärmutter oder Brust der Mutter, verursachen Beschwerden oder bedrängen später geborene Geschwister. Die Familie lebt dann mit den Folgen eines fortbestehenden Grolls. Aufrichtige Reue der Eltern und gute Handlungen, deren Verdienst den Kindern gewidmet wird, sollen ihnen weiterhelfen. Ein Anspruch auf das Leben eines anderen braucht hingegen eine eigene Entscheidung: Bei entsprechenden Klagen prüfen die Könige das erlittene Unrecht und erteilen dafür bestimmte Zeichen. Eine Erlaubnis zum Verlassen der Stadt und eine nach Prüfung ausgestellte Ermächtigung betreffen somit verschiedene Anliegen.

Wieder einen anderen Empfänger haben die Mitteilungen zum Lebensende. Beamte der Abteilungen zur Belohnung oder Bestrafung führen eine blassgelbe Mitteilung mit, wenn sie einen Menschen mit überwiegend gutem Karma abholen. Die dunkelrote Ausführung erhalten Ochsenkopf und Pferdegesicht für ihre Aufgaben. Hier richtet sich die Anordnung an die ausführenden Amtsträger. Bei den Kindergeistern erlaubt das gelbe Papier den Inhabern die eigene Weiterreise; bei der Bucharbeit weist das Zeichen die Berechtigung zu Besuchen und Auskünften nach. Farbe und Bezeichnung gewinnen ihren genauen Sinn aus dieser Verbindung von Entscheidung, Träger und Auftrag.

原节 6.8 · Beschlüsse, Verkündungen und religiöse Bücher

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