Die Lebensgeschichte des gegenwärtigen Dongyue erläutert eine weitere Veränderung. Er war zuvor König Qinguang der ersten Halle. Dieses Amt erhielt er nach seinem Tod, weil er als menschlicher Herrscher gerecht und gütig gehandelt hatte. Später folgte die Beförderung zum Großen Kaiser des Ostgipfels. Einen menschlichen Namen nennt die Erklärung für ihn nicht. Die Ernennung beruht hier auf früherer verantwortlicher Lebensführung; die Beförderung verändert seine Aufgabe innerhalb der Unterwelt. Seine Tätigkeit ähnelt derjenigen des höchsten Herrschers, während einzelne Ankläger weiterhin ausdrücklich eine Verhandlung vor diesem verlangen.
Solche Klagen werden dem obersten König selbst vorgelegt. Die anderen Könige entscheiden nach derselben unparteiischen Ordnung: Verwandte oder Freunde erhalten keine bevorzugte Behandlung. Maßgeblich sind begangene Taten, erlittenes Unrecht, die Regeln des Yinlü und die karmischen Zusammenhänge. Die Hierarchie verteilt Arbeit, und Ursache und Wirkung gelten für alle Beteiligten. Der Richter vergleicht Veränderungen der Zuständigkeit mit dem Anwachsen und Abnehmen menschlicher Ämter. Seit dem menschlichen Jahr 1995 seien die Höllen besonders rasch erweitert worden; inzwischen näherten sie sich ihrer Kapazitätsgrenze. Der Ausbau betrifft damit Arbeitsräume und Aufgaben unter fortgeltenden Maßstäben.
Die Beschreibung von Dongyues Amtssitz ergänzt diese Funktionen um konkrete Merkmale. Eine Bogenbrücke wird von Yakshas bewacht, bewaffnete Torwächter stehen an roten Eisentoren. Ein kleiner Garten und ein Gang verbinden den Eingang mit der Gerichtshalle. Dort befinden sich alte Möbel, Bilder historisch gekleideter Menschen und Waffen an den Seitenwänden. Sowohl eine Tafel als auch der Schreibtisch tragen die Zeichen Dongyue Dadi. Der Saal ist deutlich kleiner als die höchste Gerichtshalle. Die Bediensteten begrüßen den Richter freundlich, und Dongyue lädt dazu ein, Fragen offen vorzutragen. Amtliche Würde, erkennbare Zuständigkeit und geregelter Zugang bestimmen die Atmosphäre dieser Darstellung.
原节 6.4 · Richter, Stadtgott und örtliche Schutzgottheiten
Panguan bezeichnet einen richterlichen Beamten der Unterwelt. Zu seinen Aufgaben gehören die Erläuterung von Verfahren und Entscheidungen sowie eigene dienstliche Berichte. Der im Buch sprechende Richter kennt die Ämter, stellt die beauftragte Verfasserin vor und beantwortet ihre Fragen. Auch nach einem Urteil kann er erklären, wie dessen Folgen mit früheren Handlungen zusammenhängen. Der förmliche Entscheid und seine anschließende Erklärung sind dabei verschiedene Tätigkeiten. Eine Audienz im Himmel ergibt sich aus seinem eigenen Berichtsauftrag. Er gehört damit zu den Beamten der Rechtsprechung und übernimmt zugleich Aufgaben der Vermittlung und Auskunft.
Chenghuang, der Stadtgott, besitzt in dieser Darstellung einen weiter reichenden Registerbereich. Er verwaltet die Wiedergeburtsdaten der Menschen Jambudvīpas. Zum Amt gehört der Palast des verborgenen Verdienstes, in dem große gute Handlungen festgehalten werden. Wer fortgesetzt auf diesem südlichen Kontinent geboren wurde, kann dort Angaben über frühere Identitäten und Lebenslagen finden. Andere Länder oder Welten gehören nicht zu diesem Registerbereich. Diese Grenze bestimmt, welche Lebensdaten sein Amt führt. Dieser Chenghuang wurde nach Auskunft des Richters bereits bei der Errichtung der Unterwelt vom Himmel eingesetzt. Unter ihm arbeiten die örtlichen Erdgottheiten.
Die bestellten Tudigong betreuen Dörfer und einzelne Stadtgebiete. Sie erhalten Nachrichten über Geburten, Todesfälle und Wohnortswechsel, sichern das Zusammenleben und schützen vor schädlichen Geistwesen. Frühere Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeitssinn bilden die Grundlage ihrer Ernennung. Auch hohe Wohngebäude, Einkaufszentren und Geschäfte haben zugeteilte Erdgottheiten unter einem regionalen Tudigong. Daneben verehren Familien mitunter Geister, die schon zuvor im Haus lebten. Sie geben ihnen denselben Namen und bringen Gaben; der Geist erwidert dies mit Schutz. Wird das Haus verkauft, bleibt er dort. Die berufene Verantwortung für ein Gebiet und die lange Bindung an ein Haus erklären somit unterschiedliche Schutzbeziehungen.
Ein örtlicher Tudigong beschreibt seine Hilfe anhand eines unverheirateten Mannes. Dieser hat eine Frau emotional getäuscht, um Geld betrogen und zu mehreren Abtreibungen gedrängt. Sie will ihn und sich töten, während seine Lebensspanne und sein Verdienst noch nicht erschöpft sind. Deshalb greift die Gottheit mahnend ein. Am Geldautomaten kann der Mann zunächst nichts abheben, obwohl er alle Schritte richtig ausführt; später gelingt es. Die Störung soll ihn allmählich zur Besinnung bringen. In einer weiteren Beschreibung stützt derselbe Gott einen begünstigten Menschen beim Stolpern. Der Betroffene empfindet nur sein Glück, gerade noch einem Sturz entgangen zu sein.
Warnung und Schutz gehören für den Tudigong zur täglichen Arbeit, auch wenn für Krankheit, Tod und Geburt menschliche Einrichtungen bestehen. Andere Aufgaben übernehmen Boten und Wächter. Schwarzer und Weißer Wuchang begleiten Verstorbene ohne ausgeprägt gute oder schlechte Taten zur Prüfung ihrer Aufzeichnungen. Guichai führen Anordnungen aus oder geleiten Besucher. Die beiden Torgötter des Chenghuang-Sitzes begrüßen den Richter und erkennen das Berechtigungszeichen der beauftragten Autorin. Jede Aufgabe betrifft einen bestimmten Teil des größeren Zusammenhangs: Kenntnis der Lebensdaten, Fürsorge am Wohnort, Prüfung oder Vollzug. Ihre Zusammenarbeit soll Handlungen und die daraus entstandenen Ansprüche geordnet behandeln.