Sanshi zählt im Kommentar zu Guandis Mahnung die drei Generationen einer Familie. Gemeint sind zunächst die Vorfahren, die in der Totenwelt Scham empfinden, sodann gegenwärtige Angehörige wie Vater, Brüder und Ehemann, schließlich die Kinder. Nach der dort vorausgesetzten Vorstellung von Familienehre beschädigt ein sexuelles Vergehen an Ehefrau oder Tochter zugleich das Ansehen dieser Angehörigen. Der Kommentator bewertet die dadurch verbreitete Schande sogar schwerer als eine Tötung. Das Wort erfasst hier die Folgen über Generationen hinweg. In anderen religiösen Verwendungen kann sanshi dagegen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bezeichnen, also drei zeitliche Bereiche anstelle einer Folge verwandter Personen.
原节 6.10 · Bildung, Prüfungserfolg und öffentliche Verantwortung
Gongming verbindet Prüfungserfolg mit einer anerkannten Stellung und der Aussicht auf ein öffentliches Amt. Für einen Lernenden bedeutet es eine erhoffte Zukunft, für seine Familie oft das Ziel jahrelanger Unterstützung. Ein Prüfungsgrad bringt zunächst Ansehen und weitere Möglichkeiten; eine bestimmte Amtsaufgabe setzt darüber hinaus eine Ernennung voraus. In den Mahnungen des Yinlü wuqing kann dieser Weg durch eigenes Verhalten gefördert, verzögert oder beschädigt werden. Die Aussicht auf Rang und Einfluss gehört damit zu den Lebensumständen, die unter günstigen Bedingungen entstehen und durch neue Handlungen verändert werden können. Ausbildung und Amt werden zugleich an der Verantwortung gegenüber anderen gemessen.
Zur klassischen Bildung gehören die „Vier Bücher“. Daxue, „Das Große Lernen“, behandelt die Ausbildung des Menschen im Zusammenhang guter Ordnung. Zhongyong, „Maß und Mitte“, erläutert eine angemessene, beständige Lebensführung. Lunyu, die „Gespräche“, überliefert Aussprüche des Konfuzius und Gespräche aus seinem Schülerkreis. Mengzi versammelt die Lehren Meister Mengs, darunter Überlegungen zu menschlicher Güte und guter Herrschaft. Wiederholtes Lesen und Lernen machte kurze Aussagen zu vertrauten Bezugspunkten bei persönlichen und öffentlichen Entscheidungen. Die im Ausgangstext hervorgehobene Erziehung im Geist von Konfuzius und Mengzi verbindet deshalb Wissen mit der Ausbildung von Charakter und Rücksicht.
Die übliche Zusammenstellung der „Fünf Klassiker“ umfasst Shijing, Shangshu, Liji, Zhouyi und Chunqiu. Shijing, das „Buch der Lieder“, enthält Gedichte und Lieder; Shangshu, das „Buch der Urkunden“, politische Reden und Dokumente aus alter Zeit. Liji, das „Buch der Riten“, behandelt rituelle Formen und soziale Beziehungen. Zhouyi, das „Buch der Wandlungen“, erschließt Veränderungen durch Zeichen und deren Auslegung. Chunqiu, die „Frühlings- und Herbstannalen“, hält Ereignisse in knapper zeitlicher Folge fest. Diese verschiedenen Textarten vermitteln unterschiedliche Zugänge zu Erinnerung, Lebensordnung und Herrschaft. Ihre Überlieferung umfasst Grundtexte, Kommentare und spätere Ausgaben mit jeweils eigener Anordnung.
Das Große Lernen und Maß und Mitte waren ursprünglich Teile des Buches der Riten. Gelehrte, besonders Zhu Xi, stellten sie später mit den Gesprächen und Mengzi zu den Vier Büchern zusammen und erläuterten die Texte. Die maßgebliche Auslegung wirkte neben dem Wortlaut auf die Ausbildung ein. Auch Yinguangs im Yinlü wuqing wiedergegebene Ansprache greift klassische Aussagen auf. Ihre Kurztitel Yi und Shu bezeichnen das Buch der Wandlungen und das Buch der Urkunden. Der buddhistische Lehrer verbindet deren Aussagen über die Folgen guter und schlechter Handlungen mit der Lehre von Ursache und Wirkung. Die beiden ausdrücklich genannten Klassiker behalten dabei ihre eigene Herkunft.
Keju bezeichnet die kaiserlichen Prüfungen, die einen Weg in den Staatsdienst eröffneten. Prüfungsstufen und Aufgaben änderten sich mit den Jahrhunderten; in späteren Zeiten standen klassische Texte und anerkannte Kommentare besonders im Mittelpunkt. Die Vorbereitung verlangte Zeit, Geld und Unterstützung durch Angehörige oder Förderer. Ein erfolgreicher Abschluss konnte die Stellung der ganzen Familie verbessern. Die Bildungsmöglichkeiten waren ungleich verteilt: Mädchen und Frauen hatten erheblich weniger Zugang, und auch die meisten Jungen setzten ihre Ausbildung nicht bis zur Teilnahme an den Prüfungen fort. Die klassischen Texte prägten ebenso den grundlegenden Unterricht derjenigen, die diesen weiteren Weg nicht gingen.
Mit einem Amt übernimmt jemand eine bestimmte Aufgabe: Yue Fei erscheint als General, Qin Hui als führender Minister, ein panguan als richterlicher Beamter. Der Begriff gongming umfasst dagegen Rang und erwartetes Fortkommen, dessen Verzögerung oder Minderung der Anhang als eigene Folge nennt. Verborgenes gutes Handeln kann nach der Erklärung des Richters einen günstigen Weg eröffnen. Dafür steht Di Renjies Selbstbeherrschung vor seiner späteren Berühmtheit. Im überlieferten Beispiel lehrt er die Witwe zugleich die Betrachtung der körperlichen Unreinheit, um Begierde zu überwinden. Sein Verhalten verbindet persönliches Maßhalten mit einer Hilfe zur Umkehr. Die ethische Bedeutung der Bildung liegt damit auch darin, wie ein Mensch sein Wissen und seinen Einfluss gebraucht.
预定新第 7 章(原第 4 章) · Mitgefühl und religiöse Hilfe
Mitgefühl nimmt das Leiden eines Wesens ernst und sucht nach Möglichkeiten, es zu vermindern. Im Yinlü wuqing wirken Buddhas, Bodhisattvas und Schutzgottheiten auf unterschiedliche Weise daran mit. Auch Angehörige helfen durch Fürsorge, Gebet und gute Taten. Diese Hilfe begegnet einem Leben mit eigener Vorgeschichte und eröffnet ihm Möglichkeiten zur Veränderung. Erwachen, religiöse Erscheinung, Verehrung und Darbringung erklären, wie solche Beziehungen verstanden und praktiziert werden. Aufrichtige Reue und die Bereitschaft, anders zu handeln, geben der empfangenen Hilfe eine Fortsetzung im eigenen Leben.