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《阴律无情》文化导读 · DE

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原节 5.1 · Menschenwelt, Himmel und Unterwelt

Menschenwelt, Himmel und Unterwelt bezeichnen im Buch bewohnte Bereiche mit unterschiedlichen Lebensbedingungen. Renjian ist die menschliche Welt; yangjian, die Welt der Lebenden, hebt sie im Gegenüber zur Yinwelt hervor. Yinjian oder difu umfasst die unterweltlichen Wohnorte, Ämter und Strafstätten. Das Wort diyu benennt innerhalb dieser größeren Umgebung die Höllen, in denen Strafen vollzogen werden. Bereits die Wortwahl lässt erkennen, weshalb ein Aufenthalt in der Unterwelt verschiedene Bedeutungen haben kann. Dort kann ein Wesen wohnen, einen Dienst ausüben oder die Folgen schlechter Handlungen erleiden. Herkunft, Aufgabe und gegenwärtiger Zustand entscheiden darüber, wie sein Leben dort verläuft.

Die Himmelswelt wird durch Licht, Leichtigkeit und Ruhe beschrieben. Der Bericht nennt eine Höhe von ungefähr sechstausend Metern über dem Erdboden, ab der besondere Reinheit und Sicherheit empfunden werden und fliegende Wesen sowie selbst leuchtende Häuser und Paläste erscheinen. Über einem großen Palasteingang steht Dishi Tian, der Name des buddhistischen Himmelsgottes Śakra. Die ausgedehnte, glänzende Anlage gehört zu einer Welt, in der Wesen leben und ein Herrscher mit bestimmten Aufgaben wirkt. Der räumliche Abstand zur Erde erhält durch diese Eigenschaften eine qualitative Bedeutung: Licht und Reinheit kennzeichnen günstigere Bedingungen des Daseins.

Die Himmelsbewohner haben durch Verwandlung entstandene Körper. Ihre Gewänder sind leicht und ohne sichtbare Nähte; sie erscheinen schön, unbeschwert und voller Freude. Die Beschreibung nennt diese Himmelswelt frei von Schmerz. Sie vermittelt den Unterschied zur Menschenwelt durch zwei Vergleiche: Gegenüber dem Himmel wirkt das menschliche Dasein unrein, gegenüber der Hölle jedoch ausgesprochen günstig. Beide Eindrücke stammen aus unterschiedlichen Berichten über diese Lebensbereiche. Aufstieg und Abstieg drücken deshalb zugleich eine Veränderung von Möglichkeiten aus. Ein höherer Bereich bietet Reinheit und Erleichterung, ein tieferer ist stärker von Leid und Beschränkung geprägt.

Auch die Unterwelt enthält ruhige Orte. Zum Wohnbereich ihrer Amtsträger gehören ein Wasserlauf, eine kleine Brücke und Bäume. In der Sitzungshalle zeigen Wandbilder frühere Menschen bei guten Taten; unter der Inschrift „Aufrichtig und unbestechlich“ beraten Beamte über den Ausbau der Höllen. Das gewöhnliche Geisterviertel wiederum hat einen grauen Himmel, Geschäfte und Bewohner jeden Alters, die frei einkaufen können. In den Strafstätten werden Verurteilte von Wächtern festgehalten. Der Beamte befindet sich dort aufgrund seiner Aufgabe, der Bewohner führt ein Geisterleben, der Gefangene verbüßt eine Strafe. Diese Unterschiede erklären die verschiedenen Erfahrungen innerhalb derselben unterweltlichen Umgebung.

Für den Himmelskaiser ist die Rückkehr seiner Untertanen ein erwünschtes Ziel. Ihre Registrierung wurde in die Menschenwelt oder Unterwelt verlegt; durch Umkehr und gutes Handeln sollen sie wieder in die ursprüngliche himmlische Heimat gelangen können. Die buddhistischen Unterweisungen eröffnen darüber hinaus die Aussicht auf Befreiung vom gesamten Kreislauf der Geburten. Himmlisches Glück ist eine günstige Existenz, die unter ihren Voraussetzungen besteht. Befreiung beendet das bedingte Weiterwerden selbst. Wer von einem besseren Leben spricht, kann daher eine erleichterte nächste Geburt, einen Himmel oder das Ende der Bindung an wiederholte Geburt und Tod meinen.

原节 5.2 · Sechs Lebensbereiche und drei Welten

Sechs Daseinsbereiche beschreiben die Möglichkeiten, unter denen Leben im Kreislauf von Geburt und Tod weitergeht: himmlische Wesen, Asuras, Menschen, Tiere, Geister und Höllenwesen. Jede dieser Lebenslagen hat eigene Fähigkeiten, Bedürfnisse und Schwierigkeiten. Handlungen und ihre Folgen verbinden eine Existenz mit der nächsten. Auch eine angenehme Geburt dauert nur unter ihren jeweiligen Voraussetzungen an. Aus dieser Sicht bedeutet Wiedergeburt mehr als einen Wechsel des Aufenthaltsorts: Ein Wesen lebt unter veränderten Bedingungen weiter und schafft durch sein Handeln weitere Bedingungen. Der Umgang mit dem gegenwärtigen Leben erhält dadurch Bedeutung für eine Zukunft jenseits seiner derzeitigen Gestalt.

Eine runde Darstellung auf dem Gewand des Unterweltherrschers macht diese Ordnung anschaulich. Sie hat fünf Felder für sechs Bereiche, weil Himmel und Asuras das obere Feld teilen. Männliche und weibliche Himmelswesen fliegen, während Asuras gegen ein himmlisches Heer kämpfen. Im Menschenfeld erscheinen Wohlhabende, Arbeiter und arme Bauern. Zum Geisterfeld gehören große Bäuche, Hunger, sehr kleine Gestalten sowie Rauch und Feuer. Tiere sind durch Haustiere, Geflügel und Wildtiere vertreten. Im Höllenfeld stehen Ölkessel, Schläge der Wächter und das Umarmen glühender Kupferpfeiler für die jeweiligen Strafen. Das Bild zeigt damit Unterschiede sowohl zwischen den Bereichen als auch innerhalb eines Bereichs.

Die drei Welten ordnen das Dasein nach einem anderen Gesichtspunkt. In der Sphäre des Begehrens prägt sinnliches Verlangen das Leben. Die Sphäre der Form umfasst feinere körperliche Zustände; die formlose Sphäre wird ohne solche Gestalt beschrieben. Die beiden letzteren stehen in Beziehung zu meditativer Sammlung. Sanyou, die drei Arten des Daseins, betont das bedingte Weiterwerden in diesen Sphären. Die Bezeichnung „oben, in der Mitte und unten“ in der Vorrede hat eine weitere Verwendung: Sie nennt Bereiche, deren Vertreter am Auftrag zur Entstehung des Buches beteiligt sind, und ordnet sie räumlich sowie nach ihrer Zuständigkeit.

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