原节 5.9 · Dauer, Folgen und Möglichkeiten der Umkehr
Wie lange eine Strafe dauert, hängt im Buch von der Handlung und ihren weiterwirkenden Folgen ab. Für die frühere Hungerhölle nennt der Richter drei bis fünfzig Jahre. Wohlhabende Menschen, die Getreide verschwendet oder Armen trotz eigener Mittel nicht geholfen hatten, sollten durch Hunger den Wert der Nahrung erfahren. Bei besonders starker sexueller Begierde und fortgesetzten Verfehlungen vor und nach der Heirat nennt eine andere Unterweisung mindestens zehntausend Jahre in jeder Strafstätte, danach eine Tiergeburt. Ein weiterer Vergleich betrifft den Wandel über die Zeit: Früher waren wenige Strafjahre möglich, während gewöhnliche Strafen inzwischen hundert Jahre oder länger dauern. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf die beschriebenen Bedingungen.
Anhaltende Wirkungen hergestellter Gegenstände bilden einen eigenen Fall. Bei pornografischen Büchern, Filmen, Datenträgern und sexuell stimulierenden Mitteln bindet die Auskunft des Richters eine Entlassung an ihr vollständiges Verschwinden aus der Menschenwelt. Die zugehörigen Internetangebote müssen völlig geschlossen sein. Was Menschen in Umlauf bringen, kann nach dieser Erklärung auch nach ihrem Tod weiter schaden. Dizang nennt einem Hersteller solcher Mittel, Bücher und Datenträger in Avīci dieselbe Voraussetzung: Erst wenn seine Produkte verschwunden sind, kann er gehen. Der Mann wird anschließend wieder in die Hölle gebracht. Eine Bitte um Befreiung hebt hier die noch fortbestehende Wirkung der eigenen Handlung nicht auf.
Für Avīci verwendet der Richter am Eingang die strenge Aussage, es gebe keinen Ausgang. Dizang erklärt einem Händler gefälschter Arzneizutaten und Waffen ausdrücklich, er werde niemals aufsteigen und müsse dort bereuen. Eine weitere Zusage gilt einer Frau, die Männer durch Täuschung ausgebeutet hat. Ihre geäußerte Bereitschaft zur Besserung entspricht zunächst vor allem ihrem Wunsch, dem Schmerz sofort zu entkommen. Dizang erläutert, ihre innere Haltung sei noch nicht zur aufrichtigen Reue gelangt. Wenn sie reiner geworden sei, werde er wiederkommen, um sie zu retten. Für die Frau ist die spätere Hilfe an einen Wandel ihres Herzens gebunden. Dizang lenkt ihre Aufmerksamkeit damit vom unmittelbaren Ende des Schmerzes zu den Ursachen, aus denen weiteres Leiden entsteht.
Dongyue Dadi erklärt, dass Wesen mit noch nicht erschöpften Folgen selbst beim Vergehen einer Hölle in andere Höllen überführt werden. Aufrichtige Reue und wirksame Hilfe von Angehörigen eröffnen zugleich Möglichkeiten einer Veränderung. Entscheidend bleiben die jeweiligen Voraussetzungen. Auch Zeitangaben zählen Verschiedenes: Eine Lehrversammlung läuft in der Darstellung noch nach vierundzwanzig menschlichen Stunden, dem Abstand zwischen zwei Berichten. Kalpa bezeichnet gewöhnlich große Weltperioden. Eine Anmerkung des Anhangs definiert dagegen jeden vollständigen Strafdurchlauf als einen jie und nennt anschließend jede neue Geburt ebenfalls einen solchen Zyklus. Jahre, wiederholte Strafen und Geburten erfassen daher unterschiedliche Vorgänge innerhalb einer fortdauernden Lebensgeschichte.
原节 5.10 · Günstige Geburt, Reines Land und Befreiung
Eine günstigere Geburt eröffnet neue Möglichkeiten, während frühere Handlungen noch nachwirken können. Der aus der Lehrhalle entlassene Mann erhält nach der Erklärung des Richters ein wohlhabendes Menschenleben, bleibt aber körperlich schwach, wird getäuscht und verspürt erneut die Neigung zum Stehlen. Für seinen weiteren Aufstieg nach diesem Leben gelten konkrete Bedingungen: Pflichten erfüllen, Gebote halten, über Krankheit nicht klagen, Betrug nicht rächen, Hindernissen ruhig begegnen und einen aufkommenden Diebstahlsgedanken sofort bereuen. Entgegengesetztes Handeln kann ihn wieder in die Hölle führen. Die Verbesserung seiner Lage schafft somit eine Gelegenheit, die er durch eigene Entscheidungen weiterführen muss.
Chaosheng, Aufstieg, bezeichnet im Buch verschiedene günstigere Übergänge. Für verstorbene ungeborene Kinder nennt der Richter die Menschenwelt, den Himmel und das westliche Reine Land. Das Ziel hängt vom eigenen Karma und Verdienst des Kindes sowie von der Stärke der ihm gewidmeten elterlichen Verdienste ab. Eine Geburt im Reinen Land ist unter diesen Kindern sehr selten und erfordert die entsprechenden Voraussetzungen. Die Hilfe der Angehörigen wirkt mit den guten Bedingungen zusammen, die das Kind aus früheren Leben mitbringt. Welche Unterstützung zur Verfügung steht und welche Bindungen noch wirken, beeinflusst dadurch den nächsten Lebensabschnitt.
Innerhalb dieser Ziele bestehen weitere Unterschiede. Das westliche Reine Land kennt in der angeführten Erklärung neun Lotusgrade. Die Himmel werden nach Begehrenssphäre, Formsphäre und formloser Sphäre unterschieden; menschliches Leben umfasst Wohlstand, Armut und unterschiedliches gesellschaftliches Ansehen. Amitābhas Reines Land bietet Nähe zum Buddha, Hören der Lehre und günstige Möglichkeiten weiteren Übens. Himmlische Freude beruht auf Verdienst und gehört noch zum bedingten Dasein. Die menschliche Geburt ermöglicht bewusstes Lernen und Handeln, auch unter schwierigen Umständen. Diese Ziele erleichtern auf unterschiedliche Weise den weiteren Weg, und jedes erhält seinen Sinn aus den dort gegebenen Möglichkeiten.
Dongyue Dadi erläutert eine andere Ausgangslage: Die meisten aus den Höllen entlassenen Wesen würden zunächst kleine Tiere mit einfachen geistigen Möglichkeiten. Selbst eine menschliche Geburt könne wenig Glück und eingeschränkte Sinnesfähigkeiten enthalten. Das sind verbleibende Folgen nach dem Ende einer bestimmten Strafe. Für einen günstigeren Übergang durch Angehörige nennt er zusätzlich passende, früher erworbene gute Voraussetzungen des Verstorbenen. Die Register enthielten Fälle, in denen solche Hilfe bis in einen Himmel oder in das westliche Reine Land geführt habe. Echte Reue und Hilfe treffen also auf eine Vorgeschichte; die Entlassung setzt den weiteren Zusammenhang von Handeln und Folgen fort.