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《阴律无情》文化导读 · DE

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Ochsenkopf und Pferdegesicht, Niutou und Mamian, sind Boten mit tiergestaltigen Köpfen und menschlicher Körperform. Sie arbeiten an der vordersten Linie der Unterwelt und vollziehen bestimmte Abholaufträge. Täglich erhalten sie zahlreiche Schriftstücke, die das bevorstehende Lebensende eines Menschen ankündigen. Die vollständige Bezeichnung lautet Mingfu Lingti Tongdie, „amtliche Mitteilung der Unterwelt über ein Geistwesen“, verkürzt Mingdie. Der Auftrag bindet die Boten an eine bestimmte Person und einen bestimmten Vorgang. Ihr Handeln beginnt mit einer Nachricht, deren Inhalt vor der Ausführung geprüft werden muss.

Die Mitteilung besitzt zwei farblich unterschiedene Formen. Eine blassgelbe Ausführung tragen Beamte der Stellen zur Belohnung des Guten oder zur Bestrafung des Bösen; sie betrifft Menschen, deren gutes Karma überwiegt. Nur die dunkelrote Ausführung gehört zu Ochsenkopf und Pferdegesicht. Die darin genannten Menschen haben schweres schlechtes Karma und werden zu den entsprechenden Höllen gebracht. Farbe, Empfänger der Mitteilung und Art des Auftrags hängen also zusammen. Aus dem allgemeinen Wort Mingdie allein ergibt sich noch nicht, welche Beamten tätig werden. Erst die konkrete Ausführung zeigt die Zuständigkeit und die Lage der abzuholenden Person.

Der Inhalt nennt Person, Todesort, Todesursache sowie Jahr, Monat, Tag, Stunde, Minute und Sekunde. Der künftige Todesablauf wird nach Ochsenkopfs Erklärung auf dem Schriftstück sichtbar. Die Boten sehen ihn vorab an und prüfen zusätzlich das Körperlicht. Große Güte oder reine religiöse Übung zeigt sich in hellem Licht; bei ihren eigenen Aufträgen ist es erloschen und von dunklem Höllenlicht umgeben. Gewöhnlich treffen sie vor dem Tod ein, prüfen die Umgebung und gleichen Identitätsangaben ab. Häufig führt sie dies ins Krankenhaus, weil die meisten Betroffenen krank sind und dort sterben. Der Ort folgt damit dem jeweiligen Lebensende.

Sollte trotz dieser Prüfungen tatsächlich eine falsche Person geholt werden, wird sie sofort in die Menschenwelt zurückgebracht. Der höchste Herrscher untersucht die Ursache; bei einem unbeabsichtigten Fehler kann er Gelegenheit zur Besserung geben. Ochsenkopf betont die eigene Verantwortung: Nachlässigkeit könnte eine Familie ins Unglück stürzen. Auch ohne zusätzliche Strafe durch den Herrscher hätten die Boten selbst eine schwere karmische Schuld zu tragen. Ursache und Wirkung betreffen also auch den Vollzug eines Amtes. Sorgfältige Prüfung schützt deshalb die Betroffenen und gehört zur eigenen karmischen Verantwortung der Boten.

Sein strenges Auftreten erklärt Ochsenkopf mit hartnäckigen Gewohnheiten der Abgeholten. Nahezu alle in seinen täglichen Aufträgen hätten sexuelle Gebote verletzt; manche hielten auch nach dem Tod an Begierden fest. Schärfe solle ihnen ihr verbrauchtes irdisches Glück und die Notwendigkeit von Reue bewusst machen. Die Auskunft beantwortet Fragen nach Arbeitsdruck, möglicher Entlassung bei Fehlern und dem seltenen Lächeln der Boten. Ochsenkopf fragt seinerseits nach dem Fortgang des Buches und wünscht dessen baldige Fertigstellung: Wenn Menschen ihre Beziehungen achteten und die Höllen leer würden, könnten beide lächeln. Weitere Arbeit beendet das Gespräch; die Boten verschwinden rasch und hinterlassen den erneuten Anstoß zur Weitergabe der Lehre.

原节 6.6 · Lebensregister und der Spiegel der Handlungen

Das Shengsi Bu, das Buch von Leben und Tod, verzeichnet im Yinlü wuqing die Voraussetzungen eines Lebens. Ein hellgelber Band mit gemustertem Einband und alter Fadenheftung enthält menschliches Glück und Unglück; ein dunkelroter Band derselben Machart die Angaben zu Geistwesen der Unterwelt. Der Richter verwaltet diese Bücher. Darin steht, wie viel Nahrung und Kleidung einem Menschen zuteilwird. Erfasst sind außerdem Felder, Häuser, Vermögen, Eltern, Geschwister und weitere Angehörige sowie Krankheiten, Katastrophen und Lebensspanne. Auch Ort und Zeitpunkt des Todes stehen nach seiner Auskunft schon vor der menschlichen Geburt darin. Die verschiedenen Einträge verbinden materielle Lebensumstände mit Beziehungen und zeitlichen Grenzen.

Veränderungen gehen von neuem Handeln aus. Die begleitenden Jushen-Gottheiten liefern dazu weitere Angaben, und der höchste Herrscher muss der Änderung zustimmen. Selbst eine kleine Hilfe kann bei aufrichtiger Absicht große Folgen haben; ausgeprägte Güte oder Bosheit können den gesamten weiteren Weg verändern. Der Richter hält zutreffende Aussagen eines Wahrsagers über Vergangenes für möglich. Die Kenntnis solcher Angaben verleiht jedoch keine Befugnis, gegen Bezahlung eine Zukunft umzuschreiben. Ein Mensch muss selbst fortgesetzt zugunsten anderer handeln. Neue Ursachen und Bedingungen begründen die Veränderung, während das Register sie nach dem vorgesehenen Verfahren festhält.

Manche erhalten zusätzliche Lebensjahre, ohne je darum gebeten zu haben. Sie erkennen eine Gefahr oder drohendes Unrecht und retten aus unmittelbarem Mitgefühl ein Leben. Die begleitenden Gottheiten nehmen die Tat in ihre regelmäßigen Berichte auf. Für solche Fälle nennt der Richter gewöhnlich sechs bis zwölf weitere Jahre; die Betroffenen wissen selbst nichts davon. Besonders reiches verborgenes Verdienst kann in einem einzigen Leben noch nicht ausgeschöpft werden und in späteren Geburten lange Lebensspannen ermöglichen. Die zusätzliche Lebenszeit folgt hier einer selbstlosen Handlung in einer konkreten Notlage. Ihre Wirkung reicht gegebenenfalls über die Bedingungen des gegenwärtigen Körpers hinaus.

Auch Amtsträger stehen in diesem Zusammenhang. Ein irrtümlich Abgeholter müsste sofort zurückgebracht und die Ursache untersucht werden; für verursachtes Leid tragen die Boten eigene Verantwortung. Chenghuang erläutert sogar am höchsten Herrscher Folgen einer früheren Racheabsicht: Morgens, mittags und abends werde ihm jeweils fünfzehn Minuten lang heißer Eisensand in die Kehle gegossen. Amtliche Würde hebt solche Folgen nicht auf. Bei anderen kann Befreiung von einer Strafe ebenfalls mit verbleibenden Lasten verbunden sein. Nach dem förmlichen Urteil erläutert der Richter der Verfasserin, was den aus Dizangs Lehrhalle entlassenen Mann erwartet: Wohlstand aus früherem Geben, aber auch körperliche Beschwerden, Täuschungen durch andere und eigene Diebstahlsneigungen. Sein weiterer Weg verlangt Gebotstreue, Umgang mit Belastungen ohne Vergeltung und sofortige Reue bei aufkommenden Diebstahlsgedanken.

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