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《阴律无情》文化导读 · DE

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Yubao bezeichnet Folgen, die nach einem bereits durchlaufenen Abschnitt weiterwirken. Eine Höllenstrafe kann beendet sein und eine günstigere Geburt möglich werden, während andere Folgen früherer Handlungen im neuen Leben hervortreten. In solchen Aussagen werden körperliche Beschwerden, Beziehungen, gesellschaftliche Stellung und das Geschlecht einer Geburt einzeln oder zusammen genannt. Der neue Lebensweg enthält dann verschiedene Voraussetzungen. Wohlergehen aus einer guten Tat kann neben einer Belastung aus anderem Handeln bestehen. Zugleich erhält der Mensch Gelegenheit, auf diese Bedingungen mit neuen Entscheidungen zu antworten und die Richtung seiner weiteren Entwicklung mitzubestimmen.

Die Wertung einer Geburt als Frau oder Mann tritt in mehreren Antworten ausdrücklich hervor. Für Frauen, die nach Verwitwung oder Scheidung bis zum Lebensende keusch bleiben, kündigt der Richter einen guten Registereintrag an. Wenn weitere große Verfehlungen fehlen, nennt er den Aufstieg in einen Himmel oder eine Wiedergeburt als Mann. An anderer Stelle erscheint eine Geburt als Frau von niedrigem Rang nach Höllenstrafen und tierischen Existenzen. In diesen Bestimmungen werden Geschlecht und gesellschaftliche Stellung jeweils mitbewertet. Die männliche Geburt gehört zur zugesagten günstigen Frucht, die niedrige weibliche Stellung zu einer noch belastenden Folge.

Einem von Dizang befreiten Mann wird für die nächste Geburt ein Leben als Frau angekündigt. Sie werde eine Scheidung erleben und feststellen, dass andere ihren wahren Worten nicht glauben. Zugleich werde sie erneut buddhistisch üben. Dizang erklärt die Schwierigkeiten als Nachwirkungen sexuellen Fehlverhaltens und der Verleumdung eines aufrichtig Übenden. Die Aussagen betreffen unterschiedliche Teile ihrer Zukunft: die Geburt, eine Ehe, das Vertrauen der Mitmenschen und ihre eigene religiöse Tätigkeit. Die erlangte Befreiung eröffnet ihr diesen neuen Lebensabschnitt. Frühere Verfehlungen wirken darin weiter, während ihre Übung und ihr Umgang mit anderen erneut Bedeutung gewinnen.

Ein anderer befreiter Mann soll wohlhabend leben und dennoch kleinere Leiden, Betrug und Schwierigkeiten auf seinem religiösen Weg erfahren. Der Richter erläutert gegenüber der Autorin, dass früheres Geben den Wohlstand ermögliche, während andere Taten die Belastungen hervorbrächten. Entscheidend werde nun seine Antwort: bei Beschwerden ohne Groll bleiben, auf Täuschung ohne Rache reagieren und die Gebote zuverlässig halten. Aufkommende Diebstahlsabsichten solle er sofort bereuen. Auch auftretenden Hindernissen beim Üben gelte es standzuhalten. Diese Anforderungen betreffen konkrete Augenblicke seines künftigen Lebens, in denen eine alte Gewohnheit entweder fortgeführt oder unterbrochen werden kann.

Für die angekündigte Wiedergeburt als Frau verbindet Dizang die weitere Hilfe ebenfalls mit beständigem Handeln. Sie solle im Vertrauen üben, den Dharma unterstützen und das im Leiden gegebene Gelübde verwirklichen; dadurch werde ihre innere Helligkeit allmählich wiederkehren. Eine weitere Perspektive bietet die Überlieferung Mengpos. Sie beschreibt Frauen, deren damaliges Leben auf Mutterschaft und häusliche Aufgaben eingeengt gewesen sei, und Mengpos Wunsch, ihre Bedrängnis zu lindern. Hier werden die gesellschaftlichen Lebensmöglichkeiten hervorgehoben. Die einzelnen Aussagen behalten so ihren jeweiligen Gegenstand: überlieferte Rollen, Folgen erzählter früherer Taten und die Aussicht auf Veränderung durch gegenwärtige Übung.

原节 2.3 · Keuschheit nach dem Ende einer Ehe

Shoujie bedeutet, an einer sittlichen Verpflichtung festzuhalten. Bei verwitweten Frauen bezieht sich der Ausdruck auf die Bewahrung der Keuschheit nach dem Tod des Ehemannes. Cong yi er zhong, einer Verbindung bis zum eigenen Ende treu bleiben, verlängert diese Bindung bis zum Lebensende der Frau. Die entsprechende Anerkennung des Richters schließt auch geschiedene Frauen ein, die keine neue sexuelle Verbindung eingehen. Verwitwung und Scheidung bleiben verschiedene Lebenslagen; in beiden lobt er den dauerhaften Verzicht. Die Forderung reicht dadurch über die Treue während einer bestehenden Ehe hinaus und erfasst den gesamten weiteren Lebensweg.

Als Beispiel führt der Richter eine Geschichte über den jungen Di Renjie an. Auf dem Weg zur Prüfung in der Hauptstadt habe dieser in einem Gasthaus übernachtet. Die schöne verwitwete Wirtin habe ihn tief in der Nacht zu verführen versucht. Er sei wachsam geblieben und habe sich an sein Gebot gehalten. Zugleich habe er ihr erklärt, wie er das eigene Begehren durch die Betrachtung des Körpers in seiner Unreinheit zum Erlöschen bringe. Die Frau habe diese Betrachtung übernommen, Scham empfunden und den Entschluss gefasst, ihre Keuschheit fortan bis zum Tod zu bewahren.

An diesem Vorgang würdigt die Unterweisung sowohl die eigene Standhaftigkeit als auch die Hilfe zur Umkehr eines anderen Menschen. Di Renjies späteres großes Ansehen wird mit diesem verborgenen Verdienst verbunden. Die Wirtin wiederum hört eine Erklärung, prüft sie in ihrer Betrachtung und richtet ihr weiteres Verhalten nach dem gefassten Entschluss aus. Für eine solche Lebensführung sagt der Richter den Eintrag einer guten Tat zu. Günstige Folgen nach dem Tod verbindet er zusätzlich damit, dass keine anderen großen Verfehlungen vorliegen. Die Anerkennung einer bestimmten Tat steht dadurch im Zusammenhang mit dem übrigen Handeln während des Lebens.

Die Regelung einer erneuten Ehe erhält in anderen religiösen Texten einen anderen Umfang. Im ersten Korintherbrief, Kapitel sieben, Verse neununddreißig und vierzig, bleibt eine Frau gebunden, solange ihr Ehemann lebt. Nach seinem Tod darf sie erneut heiraten, mit der Bedingung der Bindung an den Herrn. Paulus empfiehlt ihr zugleich, unverheiratet zu bleiben. Erlaubnis und Empfehlung stehen in dieser Passage nebeneinander. Die Erzählung um Di Renjie hebt dagegen gerade die bis zum Lebensende fortgesetzte Enthaltsamkeit hervor. Beide Texte verbinden eine Entscheidung über die weitere Lebensführung mit religiösen Ansprüchen und gewichten dabei unterschiedliche Möglichkeiten.

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