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《阴律无情》文化导读 · DE

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Als ältere Begründung dient das Shoulengyan jing, kurz Lengyan jing und auf Deutsch meist Shurangama-Sutra genannt. Die herangezogene Stelle im sechsten Buch spricht Bhikshus, voll ordinierte Mönche, an. Sie behandelt Kleidung aus tierischen Stoffen sowie Milch, Käse und geklärte Butter und verbindet deren Verwendung mit fortbestehenden Bindungen an fühlende Wesen. Die Autorin greift diesen Gedanken für eine weiter gefasste Ermahnung auf. In ihrer eigenen Aufzählung stehen zusätzlich Eier und Honig; sie richtet sich auch an Menschen außerhalb eines Ordens. Der zitierte Lehrsatz und seine erneute Anwendung tragen so jeweils einen bestimmten Inhalt bei.

Tierische Bestandteile kommen in dieser Erläuterung außerdem bei Kosmetika und Arzneimitteln zur Sprache. Die Autorin fordert ihren Verzicht bei Kosmetik und weist besonders auf entsprechende Stoffe in chinesischen Arzneizubereitungen hin. Beim Alkohol unterscheiden sich ihre Formulierungen nach dem Produkt. Für Nahrung lehnt sie jede enthaltene Menge ab; alkoholhaltige Kosmetika solle man am besten meiden. Zutaten und Verwendung gehören dadurch zusammen. Ein Stoff kann in eine Speise, ein Pflegemittel oder ein Arzneimittel eingehen, und die jeweilige Aussage nennt, wie diese Verwendung unter dem betreffenden Gebot behandelt wird.

Für Alkohol nennt der Richter eine medizinische Ausnahme mit zwei Verwendungen: äußerliche Behandlung einer Krankheit oder Einnahme bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung, wenn das erforderliche Heilmittel Alkohol verlangt und kein Ersatz vorhanden ist. Daneben ordnet er Tabak dem fünften Gebot zu. Die hauptsächlich angeführten Texte zur Einführung der fünf Laiengebote erwähnten Rauchen zwar nicht ausdrücklich. Ihre Absicht bestehe aber darin, klares Denken vor berauschenden Einwirkungen zu bewahren. Aus diesem Zweck leitet er auch die Ablehnung später neu entwickelter entsprechender Produkte ab. Seine Erklärung verbindet die ursprüngliche Formulierung mit der als maßgebend angesehenen Aufgabe des Gebots.

Eine Gabe für eine verehrte Gestalt ist eine weitere Art der Verwendung. Das siebte Buch des Lengyan jing nennt Milch und Honig unter den Opfergaben für Buddhas und Bodhisattvas. Die ausgewählten Stoffe werden dabei im Rahmen einer rituellen Handlung dargebracht. Der Abschnitt über die Ernährung von Mönchen betrifft dagegen ihren eigenen Verzehr. Die Zutat erhält jeweils eine andere Aufgabe: als Nahrung für den Menschen oder als Bestandteil einer religiösen Gabe. Beide Zusammenhänge werden durch die tatsächlich ausgeführte Handlung näher bestimmt, zu der die Auswahl und Verwendung des Stoffes gehören.

Im Londoner BAPS-Tempel sind Milch und Honig Bestandteile einer Gabe zur Verehrung der Gottheit. Die dortige Beschreibung des Abhishek erläutert das Begießen eines göttlichen Bildes. Zu besonderen Anlässen werden Milch, Joghurt, Honig, Zucker und geklärte Butter verwendet. Die Gemeinschaft verbindet dies mit Verehrung, der Bitte um Segen und dem Wunsch nach innerer Reinigung. Die fünf Stoffe haben innerhalb dieser Hindu-Tradition einen Platz in der Beziehung zur Gottheit. Ihr Sinn ergibt sich aus dem vollzogenen Ritual, seiner überlieferten Form und der Absicht der Menschen, die daran teilnehmen.

Bei der Überwindung sexuellen Begehrens nennt der Herr des Östlichen Gipfels noch weitere Speisen. Gekochten Zwiebeln und Knoblauch schreibt er eine Steigerung der Begierde zu; Arzneistoffe mit entsprechender Wirkung sollten möglichst wenig verwendet werden. Tierische Nahrung verbindet er außerdem mit einer Schuld gegenüber den betroffenen Lebewesen, Alkohol mit einer Störung der Selbstbeherrschung. Diese Hinweise stehen im Zusammenhang eines Entschlusses, dessen Umsetzung auch Worte, Wahrnehmung und Gedanken betrifft. Zhai-Tage geben ihm wiederkehrende Anlässe, während die Übung im übrigen Alltag weitergehen soll. Die eigenen Gewohnheiten und die Rücksicht auf andere Lebewesen gehören in diesem Anliegen zusammen.

原节 3.9 · Leben schützen und gefangenen Tieren helfen

Husheng umfasst die Sorge für fühlendes Leben: Töten unterlassen, Schaden verringern und einem bedrohten Wesen helfen. Fangsheng bezeichnet darin die besondere Handlung, ein gefangenes Tier zu retten und freizulassen. Zum Mitgefühl gehört die Aufmerksamkeit für seine Lage und seine weiteren Möglichkeiten. Tiere erscheinen zugleich als Wesen im Wiedergeburtenkreislauf. Ihr Bereich wird als eine Lebensform mit geringeren Möglichkeiten beschrieben, bewusst religiös zu üben und die eigenen Bedingungen zu verändern. Diese Abhängigkeit gibt der Hilfe einen besonderen Anlass. Der Wert der Handlung liegt in dem Leben, das erhalten wird, und in dem Leiden, das sie lindern kann.

Beim Angeln unterscheidet der Richter das Weiterleben des Fisches von dem, was ihm beim Fang widerfährt. Sowohl Unterhaltung als auch Fang zum Essen ordnet er schädlichem Karma des Tötens mit Höllenfolgen zu. Könne ein unverletztes Tier ins Meer zurückkehren und normal weiterleben, sei die Belastung geringer. Seine Angst und sein Schrecken begründeten jedoch bereits eine ungünstige Beziehung zum Menschen, der es gefangen habe. Ein verletzter Fisch trage weitere Schmerzen davon. Die Antwort bezieht deshalb Absicht, tatsächliches Geschehen und die Folgen für das Tier gemeinsam in die Beurteilung des Angelns ein.

Für jeden Fang allein zur Unterhaltung und ohne Tötungsabsicht nennt der Richter einen Monat verlorenen Wohlergehens. Er zählt dazu Nahrung, Annehmlichkeiten und etwa eine ausbleibende Lohnerhöhung. Bei einer Verletzung des Fisches werde ebenfalls ein Monat abgezogen; außerdem müsse der Angler entsprechende Schmerzen erfahren. Für den Fang zum Verzehr lautet die Bestimmung auf mindestens sieben Tage Lebenszeit und drei Monate Wohlergehen. Große Fangmengen und trächtige Fische führten nach den genauen Aufzeichnungen zu weiterer Erschwerung. Jede dieser Zahlen gehört zu einem bezeichneten Vorgang. Auch die fehlende Absicht zu töten lässt in seiner Antwort die übrigen Folgen des Fangs bestehen.

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