Deutsch / 背景知识导读 / 阅读

《阴律无情》文化导读 · DE

正文阅读

设置
阅读设置书稿封面
18
正在读取版本…
正文阅读
章节目录

原节 1.1 · Schriften zur Anleitung zum Guten

Shanshu sind Schriften, die Menschen zu gutem Handeln und zur Änderung schädlicher Gewohnheiten anleiten. Dazu verbinden sie Erzählungen, begründende Erläuterungen, Fragen und Antworten. Auch Abschreiben, Drucken und Weitergeben gehören zur tätigen Verbreitung ihrer Anliegen. Yinlü wuqing steht in diesem Zusammenhang: Es verbindet alltägliche Entscheidungen mit ihren Folgen im gegenwärtigen und in späteren Leben. Dank für Nahrung etwa umfasst natürliche Voraussetzungen, bäuerliche Arbeit und elterliche Fürsorge. Aus solchen konkreten Beziehungen gewinnt die religiöse Verantwortung ihren Inhalt. Die Schrift will dazu beitragen, dass erkannte Fehler aufgegeben werden und die empfangene Hilfe in eigenes hilfreiches Handeln übergeht.

Die Sprache dieser Anleitung bleibt oft nah an den Gegenständen des täglichen Lebens. Mobiltelefone, Internetseiten, Zeitschriften und Lebensmittel werden ausdrücklich genannt. Körperliche und sexuelle Handlungen erhalten ebenfalls genaue Bezeichnungen, weil an ihnen der Umfang eines Gebots erläutert wird. Die Deutlichkeit erfüllt damit eine sachliche Aufgabe innerhalb der Ermahnung. Neben Beschreibungen schmerzhafter Folgen stehen Erklärungen ihrer Entstehung und Möglichkeiten der Hilfe. Das religiöse Anliegen verbindet Warnung mit dem Wunsch nach einer anderen Lebensführung. Die unübersehbaren Einzelheiten sollen erkennbar machen, welches Tun gemeint ist und welche Änderung von den Beteiligten verlangt wird.

Die erklärte Entstehung des Werkes führt zu einer amtlichen Mitteilung aus der Unterwelt. Fengdu Dadi Mingjun Yanwang, der höchste Herrscher der Unterwelt, habe die zwölf Gerichtshöfe zusammengerufen; zu den früheren zehn seien zwei hinzugekommen. Weitere Strafbereiche würden gebaut, während Personal fehle. Eine lebende, die Gebote haltende Person solle die Verhältnisse bekannt machen, damit weniger Wesen durch eigenes Fehlverhalten dorthin gelangten. Vorgesehen seien ein Zugangszeichen, ein begleitender Richter und bei dessen Verhinderung die Hilfe weiterer Beamter. Wegen der großen Ausdehnung sollten besonders aussagekräftige Fälle ausgewählt werden. Die Veröffentlichung habe Vorrang vor einer vollständigen Besichtigung, damit die Unterweisung die Lebenden bald erreiche.

Shangguan Yuhua, die sich Ayu nennt, beschreibt sich als diese beauftragte Autorin. Nach ihrem Selbstvorwort besuche sie die Unterwelt in wachem Zustand durch meditative Sammlung in einer weiteren Erscheinungsform und halte anschließend das Erlebte in verständlichen Worten fest. Die Texte würden geprüft und überarbeitet; für einzelne Berichte sei sie mehrmals zurückgegangen, um Details zu klären. Damit begründet sie ihren Anspruch auf eigene Wahrnehmung. Sie unterscheidet dieses Vorgehen ausdrücklich von Geisterschreiben, Besessenheit und Traumerzählungen. Die Reise bildet die ursprüngliche Form, in der die gesammelten Unterweisungen, Antworten und einzelnen Lebensgeschichten miteinander verbunden werden.

Zum Zweck der Weitergabe gehört die eigene innere Veränderung. Der Unterweltherrscher verbindet kostenloses Nachdrucken und weite Verbreitung mit der Reinigung der eigenen Absichten. Dafür werde im persönlichen Register großes Verdienst vermerkt. Wer anderen die Unterweisung zugänglich mache, soll zugleich selbst nach ihr handeln. Die Aussicht auf eine günstigere weitere Existenz steht innerhalb dieses Zusammenhangs von Einsicht, Übung und Hilfe. Das Werk versteht seine Veröffentlichung als Teil einer Bemühung, neue schädliche Handlungen zu verhindern und bereits Handelnde zur Umkehr zu bewegen. Die verschiedenen Vorworte, Gespräche und übernommenen Texte tragen zu dieser Aufgabe jeweils aus ihrer eigenen Perspektive bei.

原节 1.3 · Namen, religiöse Anreden und verschiedene Textstimmen

Ein Name benennt eine Person; eine religiöse Anrede beschreibt häufig ihre Stellung oder eine Beziehung. Shangguan Yuhua und Ayu bezeichnen dieselbe Autorin, einmal mit vollständigem Namen, einmal mit ihrem vertrauten Rufnamen. Jushi heißt buddhistischer Laie oder buddhistische Laiin: jemand, der außerhalb eines Ordens lebt und den buddhistischen Weg übt. Dizi, Schülerin oder Schüler, benennt die Beziehung zur Lehre und zu Lehrenden. Fashi ehrt eine Person, die den Dharma lehrt; im Werk begegnet diese Bezeichnung etwa beim Mönch Daoming. Eine Person kann daher mehrere zutreffende Bezeichnungen tragen, weil Lebensform, Aufgabe und Zugehörigkeit verschiedene Fragen beantworten.

Shixiong ist eine ehrende Anrede unter Mitlernenden. Auch Frauen werden im Werk so angesprochen. Die familiäre Form kennzeichnet dann eine gemeinsame religiöse Zugehörigkeit. Ähnlich können „Großvater“ und „Tante“ entweder tatsächliche Angehörige oder respektvoll angesprochene ältere Menschen bezeichnen. Beim eigenen Großvater erläutert die Familiengeschichte die Verwandtschaft; beim Landgott drückt dieselbe Großvateranrede Nähe und Achtung aus. Houxue, eine später hinzugekommene lernende Person, ist eine bescheidene Selbstbezeichnung. Religiöse Namen und persönliche Beinamen können daneben im Laufe eines Lebens angenommen oder verliehen werden. Sie ergänzen den eigenen Namen, während ein Amt die wahrgenommene Aufgabe bezeichnet.

Die Unterscheidung lässt sich an einem Einlass in den Amtssitz des Stadtgottes erkennen. Zwei bewaffnete Torhüter werden als linker und rechter Türgott angesprochen. Sie prüfen das Zugangszeichen der angekündigten lebenden Autorin; der Richter stellt sie mit Namen und als Laiin vor, und der linke Torhüter führt sie hinein. Persönlicher Name, religiöse Stellung und amtliche Berechtigung erfüllen hier verschiedene Funktionen. Auch die Wächter sind durch ihre jeweilige Aufgabe bestimmt. Die vollständige Bezeichnung sagt somit mehr als ein einziges vertrautes Wort: Sie ordnet eine Person zugleich in eine religiöse Gemeinschaft und in den beschriebenen amtlichen Vorgang ein.

载入中

版本信息