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《阴律无情》文化导读 · DE

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Yin und Yang beschreiben aufeinander bezogene Zustände und deren Wandel. Ruhe und Tätigkeit, kühlende und wärmende Funktionen sowie Innen und Außen können in solchen Beziehungen erläutert werden. In derselben traditionellen Sprache umfasst die Niere ein Gefüge von Funktionen, das Entwicklung, Fortpflanzung und Erhaltung des Lebens verbindet. Shenqi und Shenjing, Nieren-Qi und Nieren-Essenz, bezeichnen dessen Tätigkeit und Grundlage. Die Umschrift unterscheidet mit Tonzeichen zwei Wörter: Shèn heißt Niere, shén das geistige Leben. Im Deutschen bezeichnet „Niere“ zunächst ein Organ; die traditionellen Zusammensetzungen beziehen darüber hinaus die genannten Funktionen in ihre Bedeutung ein.

Yuanyang hebt das ursprüngliche Yang eines Lebens hervor, Chunyang seine reine Qualität. Der Richter verbindet diese Begriffe mit angeborener geistiger Helligkeit. Bereits einmaliges Betrachten pornografischer Inhalte verunreinige sie und hinterlasse einen Keim, der unter späteren ungünstigen Bedingungen erneut wirksam werde. Für Jugendliche beschreibt er unterschiedliche Stärken der Erregung, hält aber am Gewicht des einmaligen Betrachtens fest. Wiederholte Beschäftigung könne zur weiteren Ausführung sexuellen Fehlverhaltens führen. Verdunkle sich die Helligkeit oder erlösche sie, gehe die betreffende Lebenszeit zu Ende. Die Unterweisung verbindet damit einen ursprünglichen Zustand, gegenwärtige Einwirkung und später reifende Folgen.

Diese Deutung liegt auch der Erklärung für den Tod eines Jungen zugrunde. Das einzige Kind einer Familie habe mit sechs Jahren Selbstbefriedigung begonnen, pornografische Internetseiten und Schriften benutzt und eigene Hilfsmittel hergestellt. Mit zehn sei eine als Nierenschwäche bezeichnete Störung aufgetreten. Die Mutter habe viele Ärzte aufgesucht und chinesische Arzneien beschafft; beim Gehen habe der Junge bereits einen Stock gebraucht. Auch während der Behandlung habe er die Gewohnheit fortgesetzt. Der Richter führt seinen Tod mit zwölf auf den Verbrauch von Wohlergehen und Lebenszeit zurück und nennt achthundert Höllenjahre. Danach werde geprüft, ob die Veränderung des Bewusstseins eine Beendigung der Strafe ermögliche.

Zu diesem Fall gehört eine persönliche Erinnerung der Autorin. Sie habe den Jungen etwa ein halbes Jahr zuvor auf einem Totenbild gesehen, als sie die Bestattung eines Verwandten mitorganisiert habe. Die beiden Trauerräume hätten nebeneinandergelegen. Beim Verwandten seien viele Erwachsene und Kinder zusammengekommen; beim Jungen hätten nur seine Eltern und wenige Angehörige gestanden. Besonders die Trauer der Mutter sei ihr geblieben. Vor dem Bild habe sie einige Male Amitabhas Namen gesprochen und dem Kind das Verdienst gewidmet. Die spätere Wiedererkennung verbindet in ihrem Bericht diese familiäre Trauer mit der vom Richter erläuterten Vorgeschichte.

Der Einfluss eines Gedankens wird an anderer Stelle unmittelbar mit Qi verbunden. Schon eine begehrende Regung setze das wahre Qi in Bewegung und beeinträchtige das rechte Qi, erklärt der Richter. In der Lianxiang-Hölle erhält das gegenwärtige Begehren wiederum eine sichtbare Folge: Es ruft einen Menschenbaum herbei und setzt damit den dort beschriebenen Strafvorgang in Gang. Die Begriffe erläutern die innere Wirkung, von der der Richter spricht; der Menschenbaum veranschaulicht die Folge des aktuellen Verlangens. Beide Erklärungen richten die Aufmerksamkeit auf den Beginn eines Gedankens und auf die Entscheidung, ob er weiter gepflegt wird.

原节 3.4 · Gebote als verbindliche Übung im täglichen Leben

Buddhistische Übung kann im familiären und beruflichen Leben stattfinden oder mit dem Eintritt in einen Orden verbunden sein. Zaijia bezeichnet das Leben als Laie, Chujia das Verlassen des Hauses für die religiöse Gemeinschaft. Diese Lebensformen bringen unterschiedliche Aufgaben und Tagesabläufe mit sich. Das Annehmen von Geboten ist eine weitere persönliche Verpflichtung: Ein Mensch sagt zu, bestimmte Handlungen zu unterlassen und seine Lebensführung daran auszurichten. Lebensform, übernommene Gebote und bisherige Übung beschreiben daher verschiedene Seiten des Weges. Hinzu kommen besondere Tage, an denen weiter gehende Enthaltsamkeit oder andere Übungen vorgesehen sind.

Die fünf Gebote betreffen hier Töten, unerlaubtes Nehmen, sexuelles Fehlverhalten, unwahre Rede sowie Alkohol und andere berauschende Mittel. Ihre Anwendung reicht bis in kleine alltägliche Entscheidungen. Firmenmittel dürfen nach der wiedergegebenen Unterweisung nur im Rahmen einer tatsächlich erteilten Erlaubnis privat genutzt werden. Bei einem Lebensmittel können seine Zutaten und seine Zubereitung für eine religiöse Verpflichtung wichtig sein. Handlung, beteiligte Person und genannter Umstand bestimmen jeweils, worauf die Regel angewandt wird. Wer die Gebote angenommen hat, soll diesen Zusammenhang im täglichen Verhalten berücksichtigen und erkannte Fehler aufgeben.

Die Unterweisung unterscheidet dabei einen Anfang von der weiteren Entwicklung. Wer bisher keine Gebote halte, solle beginnen; wer sie bereits halte, solle Fortschritte machen und mehr zum Wohl anderer beitragen. Die Autorin beschreibt sich als Laiin mit Zuflucht zu den drei Schätzen und mit den fünf Geboten. Für ihren besonderen Auftrag reichten ihre Verdienste und ihre Weisheit nach eigener Aussage dennoch nicht aus. Sie führt den Satz des Dizang-Sutras an, dass übernatürliche Kraft oder karmische Wirkung den Zugang zur Hölle ermögliche, und erklärt ihre Tätigkeit aus der Hilfe des Buddha. Eigene Verpflichtung und empfangener Beistand wirken in dieser Selbstbeschreibung zusammen.

Ältere Lehrsätze können dabei mit einer genau bezeichneten Lebensform verbunden sein. Eine herangezogene Passage des Shurangama-Sutras richtet sich an Bhikshus, voll ordinierte Mönche, und erläutert Anforderungen an deren Lebensführung. Die spätere Ermahnung der Autorin greift diese Worte auf und bezieht sie auf Laien und weitere Adressaten. Der ursprüngliche Personenkreis und die erweiterte Anwendung sind zwei Schritte dieser Unterweisung. Eine Forderung an Nahrung oder Kleidung erhält dadurch einen Platz in einem weiteren Alltag. Zum Verständnis ihrer Ausführung gehören sowohl der übernommene Lehrsatz als auch die Lebensverhältnisse, auf die er nun bezogen wird.

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