Sexuelles Fehlverhalten lässt Menschen verfallen und den Zugang zu ihrer Herzensnatur verlieren; wer darin versinkt, kann sogar sterben. Die Gesetze der Unterwelt behandeln Menschen, die kindliche Pietät üben, am wohlwollendsten und bestrafen jene, die sexuelles Fehlverhalten begehen, streng. Deshalb ermahne ich alle, Menschlichkeit, Rechtschaffenheit, Anstand, Weisheit und Vertrauenswürdigkeit streng zu wahren, viel Gutes zu tun und Verdienste anzusammeln. Bewahrt das angeborene Licht eurer eigenen geistigen Natur und schafft keine schlechten karmischen Ursachen, die in die Hölle führen.“
Ich, Ayu, lege zum Dank an den Richter der Unterwelt die Handflächen aneinander! Auf der weißen Lotusblüte kehre ich zurück!
27. Das Schicksal der Homosexuellen – die große Lianxiang-Hölle
Ich danke den Buddhas und Bodhisattvas für ihre mitfühlende Rettung! Jeder ihrer Gedanken gilt den fühlenden Wesen. In der Menschenwelt sind bereits 24 Stunden vergangen. Auf der weißen Lotusblüte komme ich, Ayu, erneut in die Hölle. Kṣitigarbha ist noch immer dabei, die Wesen in der Hölle zu retten. Die gestrige Dharma-Versammlung über Ursache und Wirkung ist also noch gar nicht zu Ende!
Ich bin so glücklich, Kṣitigarbha wiederzusehen! Stellvertretend für alle Wesen im ganzen Raum und im Dharmadhātu werfe ich, Ayu, mich vor Kṣitigarbha nieder! Das Buddha-Licht des Bodhisattvas erfüllt den Raum – wie rein, wie kühlend, wie mitfühlend es ist! Es erinnert mich an die Worte des Buddha im Avataṃsaka-Sūtra: „Reine Güte, die in der Welt auf kein Hindernis stößt, denn sie strahlt großes Licht aus und beleuchtet alles gleichermaßen; reine Güte, die den Raum erfüllt, denn sie rettet und beschützt die Wesen und erreicht jeden Ort; reine Güte, die die Dharmas zum Bezug hat, denn sie verwirklicht den wahren Dharma der Soheit; reine Güte ohne bedingten Bezug, denn sie tritt in die vom Entstehen freie Natur des Bodhisattvas ein; reine Güte, die Nutzen bringt, denn alles, was sie tut, lässt Freude entstehen. Reines Mitgefühl ohne Ermüdung oder Überdruss, denn es nimmt das Leiden aller Wesen auf sich, ohne es als Mühsal zu empfinden; reines Mitgefühl, das an schwierigen Orten Geburt annimmt, um die Wesen zu retten; reines Mitgefühl, das in guten Daseinsbereichen Geburt annimmt, um die Vergänglichkeit sichtbar zu machen; reines Mitgefühl für Wesen, die im Falschen gefestigt sind, denn es gibt seine großen Gelübde auch über Kalpas hinweg nicht auf. Es übt den Weg des Bodhisattvas unablässig weiter und nimmt die Wesen mit einem Herzen großen Mitgefühls auf.“83
Kṣitigarbha besitzt wahrhaftig große Güte ohne bedingten Bezug und großes Mitgefühl aus dem Einssein mit allen Wesen. Im reinen, mitfühlenden Buddha-Licht des Bodhisattvas erklingen unermesslich viele Dharma-Klänge. Auch ich, Ayu, möchte Kṣitigarbhas großes mitfühlendes Herz zum Vorbild nehmen und den Wesen dienen. Durch den Segen seines reinen, mitfühlenden Lichts wird die Hölle kühl und erfrischend.
Ich, Ayu, möchte allen etwas erläutern: Die Hölle ist ungeheuer weit und in verschiedene Bereiche gegliedert. Gegenwärtig besuche ich die Hölle des sexuellen Fehlverhaltens. „Hölle des sexuellen Fehlverhaltens“ ist eine Gesamtbezeichnung für eine der großen Höllen innerhalb des gesamten Höllenreichs. Zu ihr gehören wiederum 18 kleinere Höllen. Diese 18 kleineren Höllen entsprechen den unterschiedlichen Arten sexuellen Fehlverhaltens und den unterschiedlichen Vergeltungen, die man dafür erleidet. Manche Menschen haben vielleicht in ihrem ganzen Leben nur die Verfehlungen des Geschlechtsverkehrs zur unzulässigen Zeit begangen (das heißt am ersten oder fünfzehnten Tag des Mondmonats, an den sechs Fastentagen, an den Geburtstagen der Buddhas und Bodhisattvas sowie an den Tagen, an denen die Himmelsgottheiten die guten und schlechten Taten in der Menschenwelt überprüfen, bei Tageslicht, an Freudentagen oder Todestagen von Angehörigen oder wenn einer der beiden Partner krank ist), am unzulässigen Ort (außerhalb des Mittelpunkts des Ehebetts; selbst wenn der Mann neben dem Bett auf dem Boden steht und die Frau am Bettrand liegt, gilt dies als unzulässiger Ort, umso mehr andere Orte) oder an unzulässigen Körperstellen (alle Körperstellen außer dem weiblichen Geburtskanal gelten als unzulässig). Dann müssen sie nur die Vergeltung des Schluckens von Eisenkugeln erleiden. Tatsächlich sind die Strafen in jeder Hölle ausgesprochen schmerzhaft.
Ich, Ayu, begrüße den Richter der Unterwelt! Heute möchte ich ihn zum Thema Homosexualität befragen. Der Richter der Unterwelt sagt: „Auch Homosexualität fällt unter das Vergehen des sexuellen Fehlverhaltens. Nach dem Tod kommt man für 500 Jahre zur Bestrafung in die Lianxiang-Hölle, die zur Hölle des sexuellen Fehlverhaltens gehört. Hat man auch andere Formen sexuellen Fehlverhaltens begangen, wird man anschließend nacheinander in weitere Höllen des sexuellen Fehlverhaltens gebracht, um dort die Vergeltung zu erleiden.“84
Sofort führt mich der Richter der Unterwelt in die Lianxiang-Hölle. Alle männlichen und weiblichen Geister hier erleiden dieselbe karmische Vergeltung. Ich sehe, dass es bei ihnen gewisse Unterschiede in der Dauer der Bestrafung durch die Menschenbäume gibt. Vielleicht werde ich es verstehen, wenn ich weiter zusehe. Einen der männlichen Geister kenne ich. Ist das nicht BLX? Er war ein sehr berühmter Gesangsstar, hatte zu Lebzeiten viele weibliche und männliche Fans und gab zahlreiche Konzerte. Jetzt sieht es aus, als denke er über etwas nach. Da kommt ein menschenförmiger Baum heran, der laufen kann. Als er ihn sieht, nimmt er glücklich seine Hand und will ihn dann umarmen und mit ihm zärtlich werden. Sofort fesselt ihn der Baum mit Zweigen und Blättern und schlägt ihm mit seinen Zweigen unablässig auf den Kopf. Nachdem er so geschlagen worden ist, dass er eine offene Wunde am Kopf hat, Blut strömt und er bewusstlos zusammensinkt, wehen die Blätter des Baums auf ihn zu, und er wird langsam wiederhergestellt. Dann geht der Menschenbaum fort.85
Als ich das sehe, frage ich den Richter der Unterwelt: „Bedeutet das Fortgehen des Baums, dass die Strafe verbüßt ist?“ Der Richter der Unterwelt sagt: „Nein! Denn Homosexualität ist eine Form fehlgeleiteter Liebe im Denken. Bei all den Geistern, die du gerade gesehen hast, ging zuerst ein sehnsüchtiger Gedanke voraus, durch den sie dann den Menschenbaum anzogen. Bei manchen sind die Abstände zwischen diesen Gedanken länger. Das zeigt, dass dieses Liebesbegehren etwas schwächer ist. Kehren die Gedanken rasch zurück, fällt die Vergeltung schwerer aus.“