Ich sage: „Als ich vor einiger Zeit hier vorbeikam, habe ich Sie doch gar nicht hier sitzen sehen?“
Großvater Tudigong sagt: „Mit früher meine ich die Zeit, bevor Sie, Ayu, geboren waren: vor 150 Jahren. Damals hatte ich nicht so viel zu tun wie heute. Das Gefühlsleben der Menschen ist heute kompliziert und voller Probleme. Auch die verschiedensten Angelegenheiten rund um Krankheit, Tod und Geburt sind deutlich mehr geworden als früher.“
Ich sage: „Großvater Tudigong! Wenn Menschen krank sind, lassen sie sich behandeln; nach dem Tod werden sie eingeäschert, und zur Geburt geht man ins Krankenhaus. Damit braucht man Sie doch nicht zu bemühen. Wieso macht Ihnen das so viel Arbeit?“
Großvater Tudigong sagt: „Ayu, Sie wissen es nicht: Ich bin dafür zuständig, dass die Wesen in der Menschenwelt sicher ein- und ausgehen. Wenn einem Wesen etwas bevorsteht, weiß ich es im Voraus. Manche Ereignisse gehen mit einer Zu- oder Abnahme der Segnungen einher. Um diese muss ich mich schon kümmern, bevor sie eintreten. Dafür müssen Zeiten und beteiligte Personen aufeinander abgestimmt werden. Jeder Mensch hat sein eigenes Licht, das vom Körper ausgeht, und jeder hat seine karmischen Gläubiger, ob einstige Feinde oder Nahestehende. Sehen Sie sich die Wesen auf der Straße an und achten Sie darauf, ob sie nicht alle verschieden sind.“
Gut! Ich sehe, dass jedem Wesen viele karmische Gläubiger, einstige Feinde oder Nahestehende, folgen, Reihe um Reihe. Einige sind überaus wütend! Manche schlagen einem Lebenden unaufhörlich auf den Kopf, und der Geschlagene spürt ständig Kopfschmerzen. Viele haben von den Körpern der Lebenden Besitz ergriffen. Manche reiben sich schon die Fäuste und Hände und bereiten sich darauf vor, Menschen zu schlagen oder zu kneifen.
Da sehe ich einen Mann, von dem etwas weißes Licht ausgeht. Er besitzt etwas mehr aufrechtes Qi. Als er in eine dunkle, unbeleuchtete Gasse kommt, machen die Geister ihm Platz. Nachdem er vorbeigegangen ist, kehren sie in die Gasse zurück. So betrachtet gibt es tatsächlich Unterschiede.
Großvater Tudigong sagt: „Hier gibt es seit einiger Zeit einen unverheirateten Mann, der sexuelles Fehlverhalten und Betrug begangen hat. Er hat eine Frau um ihre Gefühle und ihr Geld betrogen und sie mehrmals zu einer Abtreibung angestiftet. Auch diese Frau ist keineswegs rechtschaffen. In ihr ist bereits der Gedanke aufgekommen, ihn zu töten; sie plant, mit ihm gemeinsam in den Tod zu gehen. Doch die Segnungen dieses Mannes sind noch nicht erschöpft, und sein Leben soll noch nicht enden. In seinem vorherigen Leben war er ein Praktizierender, der die Gebote nicht rein eingehalten und sexuelles Fehlverhalten begangen hatte. In diesem Leben begeht er es erneut. Ich wende gerade einige Mittel an, um ihm zu helfen und ihn zu mahnen. In den letzten Tagen hat er selbst schon bemerkt, dass ihm manches nicht recht gelingt. Als er beispielsweise vor einigen Tagen Geld am Automaten abheben wollte, kam kein Geld heraus. Später konnte er zwar erfolgreich welches abheben, doch es ging nicht reibungslos. Obwohl er alle Schritte richtig ausführte, traten Probleme auf, für die die Menschen keine Erklärung finden konnten. Die Hilfe, die ich ihm diesmal gewähre, kann ihn allmählich zur Selbstbesinnung bringen.
Das ist nur ein einziges Wesen. Jeden Tag gibt es viele ganz unterschiedliche Wesen und ebenso viele Ereignisse; deshalb habe ich natürlich sehr viel zu tun. Sie haben gerade selbst gesehen, dass die Geister manchen Wesen Platz machen. Tatsächlich helfe auch ich solchen Wesen. Wenn jemand wirklich zu stürzen droht, stütze ich ihn kurz oder helfe ihm so gut wie möglich, nicht hinzufallen. Der Lebende spürt meine Gegenwart jedoch nicht. Er denkt nur: Zum Glück bin ich nicht gestürzt! Fast wäre ich hingefallen, was für ein Glück! Dass er gerade noch einem Sturz entgangen ist, verdankt er in Wirklichkeit seinen eigenen Segnungen.“
Ich sage: „Sie geben sich so viel Mühe, Großvater Tudigong! Sie haben uns also die ganze Zeit im Hintergrund still geholfen; das erfahre ich, Ayu, erst heute. Ich bin Ihnen wirklich außerordentlich dankbar! Auf Wiedersehen, Großvater Tudigong!“
Ich, Ayu, lege die Handflächen aneinander!