Kṣitigarbha sagte: „Ayu, sprich nur!“
Ich sagte: „Amitābha! Di Ting! Sie üben sich also ebenfalls auf dem spirituellen Weg! Ich hatte gedacht, Sie würden dem Bodhisattva jeden Tag nur folgen. Wie sehr ich Sie beneide! Sie können Kṣitigarbha Tag und Nacht überallhin begleiten, um die Wesen auf den Weg der Befreiung zu führen. Ich, Ayu, freue mich mit Ihnen über Ihre Verdienste!“
Di Ting sagte: „Ayu, du bist zu freundlich! Wir alle üben uns auf dem spirituellen Weg. Wie es heißt: An jeder Stelle erfüllt man die Aufgaben, die dieser Stelle entsprechen. Jedes fühlende Wesen sollte seine Kräfte nach besten Möglichkeiten einsetzen und seine Pflichten gut erfüllen. Während man alle eigenen Pflichten gut erfüllt, ohne dabei irgendeinen Fehler zu machen, sollte man zugleich anderen helfen, also zum Nutzen anderer handeln. Anderen zu helfen bedeutet tatsächlich, sich selbst beim Ansammeln von Verdiensten zu helfen. Solange wir die Buddhaschaft noch nicht verwirklicht haben, dient alles, was wir als Handeln zum Nutzen anderer bezeichnen, zugleich unserem eigenen Nutzen. Denn unsere eigene Fülle an Segnungen und Verdiensten ist noch nicht vollkommen. Solange sie noch nicht vollkommen ist, müssen wir weiterhin Segnungen und Verdienste als geistige Wegzehrung ansammeln. Anderen zu helfen und ihnen zu nützen heißt also, die Grundlage für die eigene spirituelle Praxis anzusammeln. Nur bei einem Buddha sind Segnungen und Verdienste vollkommen. Deshalb kann nur von einem Buddha gesagt werden, dass er vollständig zum Nutzen anderer handelt. Ich, Di Ting, habe das Glück, vom Bodhisattva mitfühlend beschützt und umsorgt zu werden. So habe auch ich die Gelegenheit, nach und nach zu lernen.“
Ich sagte: „Vielen Dank für diese Worte, Di Ting! Sie sind wahrhaftig ein Dharma-Beschützer an der Seite eines großen Bodhisattva. Auch Ihre Worte sind außergewöhnlich. Ich freue mich mit Ihnen, ich freue mich mit Ihnen!“
Ich, Ayu, fragte Kṣitigarbha ehrerbietig: „Von dem weiblichen Geist vorhin habt Ihr gesagt, dass sie in einem früheren Leben den buddhistischen Weg gelernt habe. Doch nun wurde sie in die Avīci-Hölle geworfen und kann niemals daraus emporsteigen. Bedeutet das, dass sie überhaupt keine Hoffnung mehr hat?“
Kṣitigarbha erklärte: „Vorhin habe ich sie aufgefordert zu bereuen. Obwohl sie mit dem Mund sagte, sie wolle sich bessern, ist ihre Herzensnatur derzeit noch nicht so weit, dass sie wirklich aufrichtig bereut. Sie will lediglich sofort fort, weil die Avīci-Hölle zu qualvoll ist. Nach einiger Zeit, wenn ihre Herzensnatur reiner geworden ist, werde ich wieder hierherkommen und sie retten. Jetzt muss sie ihre Herzensnatur in der Avīci-Hölle noch weiter läutern.“
Ich sagte: „Kṣitigarbha verwirklicht wahrhaftig das Gelübde: Solange die Höllen nicht leer sind, werde ich kein Buddha! Wie gern würde ich dem Bodhisattva folgen und von ihm lernen!“
Ich, Ayu, bin Kṣitigarbha für seine Unterweisung und Belehrung unendlich dankbar!
Ich, die Schülerin Ayu, werfe mich von ganzem Herzen vor meinem gütigen Schutzherrn nieder, dem überaus heiligen, überaus mitfühlenden Bodhisattva-Mahāsattva Kṣitigarbha mit seinem großen Gelübde, der mit den zehn Rädern das Leid beseitigt und sowohl den Toten als auch den Lebenden zum Wohl gereicht!98
Auf einer weißen Lotusblüte kehrte ich zurück.