Wieder fuhr der Yakṣa den weiblichen Geist grimmig an: „Heute hast du Glück gehabt! Der Herr Richter ist gekommen und hat dir so vieles erklärt. Jetzt aber zurück zur Strafe, verschwinde!“ Wieder trat er nach ihr. Ach, ihr Yakṣas, ihr Yakṣas! Immer so grimmig und grob! Jeder Yakṣa hier hat dieses furchterregende Wesen! Ach! Man darf auf keinen Fall in die Hölle geraten und hier leiden müssen. Überall ist nur Elend!
Nun fuhr der Richter der Unterwelt fort: „Wer in der Menschenwelt verletzende Rede geführt hat, nun diesen Text liest und das Leiden in der Hölle vermeiden möchte, kann dieses Karma noch zu Lebzeiten durch Reue bereinigen. Natürlich kommt es darauf an, wie schwer das Karma der verletzenden Rede ist, ob dadurch etwa Menschenleben zu Schaden gekommen sind. Selbst bei schwerem Karma lässt sich durch Reue noch vieles zum Besseren wenden. Gewöhnliches Karma aus verletzender Rede kann noch vor dem Lebensende durch Reue vollständig gereinigt werden. Die Methode ist dieselbe, die gestern für das Lügen erklärt wurde. Man muss lediglich das Vergehen des Lügens durch das der verletzenden Rede ersetzen. Zum Beispiel: Ich, so und so, habe zu dieser Zeit an diesem Ort bei dieser Gelegenheit verletzend gesprochen. Man ersetzt also einfach das Lügen durch die verletzende Rede.
Denkt daran: Ihr müsst aufrichtig bereuen! Das ist sehr wichtig. Ein einziger aufrichtiger Gedanke reicht durch die drei Zeiten. Ein einziger aufrichtiger Gedanke genügt, um unermessliches schlechtes Karma aufzuzehren. Ein einziger aufrichtiger Gedanke reicht unmittelbar bis zu den Gesetzen von Himmel, Erde und Unterwelt! Wer die in diesem Buch Die unerbittlichen Gesetze der Unterwelt beschriebene Methode aufrichtiger Reue weiterveröffentlicht und anderen mitteilt, wird damit gewiss schlechtes Karma aus der Vergangenheit tilgen können. In der Unterwelt gibt es genaue Aufzeichnungen über alles Gute und Böse jedes Menschen. Unterlasst nichts Gutes, nur weil es klein ist. Reiche Segnungen entstehen tatsächlich aus kleinen guten Taten und Handlungen sowie aus der genauen und strengen Einhaltung der Gebote. Bitte merkt euch: Ihr sollt nicht nach der Lektüre dieses Textes und nach eurer Reue denken, mit dieser Methode könntet ihr beliebig tun und lassen, was ihr wollt, wieder Böses tun und anschließend immer wieder bereuen. Wer wissentlich immer wieder gegen die Gebote verstößt, dessen Schuld wiegt umso schwerer!
Ayu! Für heute wollen wir es mit der Besichtigung der Höllen für verletzende Rede dabei belassen. Sie sind jederzeit willkommen, wenn Sie wieder Zeit dafür finden. Ich muss mich jetzt auch meinen Amtsgeschäften widmen.“
„Ayu verneigt sich vor Ihnen, Herr Richter! Ich danke Ihnen sehr dafür, dass Sie dieser Tante heute geholfen haben.“
Der Richter der Unterwelt sagte: „Keine Ursache! Für uns sind alle schuldigen Geister gleich. Wir in der Unterwelt hoffen, dass sie alle so bald wie möglich die Hölle verlassen. Ihnen bei Ihrem Buch zu helfen, gehört außerdem zu meinen Pflichten. Auch damit wollen wir verhindern, dass noch mehr Menschen nach ihrem Tod in die Hölle stürzen und leiden. Tatsächlich verringert das ja unsere Arbeitslast in der Unterwelt. Also habe auch ich Ihnen zu danken, Ayu! Am besten kommen Sie häufiger, damit das Buch bald erscheinen kann und die Menschenwelt all das Leiden in den Höllen zu sehen bekommt. Es soll die Menschen dazu bewegen, die Gebote einzuhalten, den Namen des Buddha zu rezitieren und Gutes zu tun. Enttäuschen Sie keinesfalls die Güte des Buddha, des Jadekaisers und der Könige der Unterwelt. Um die Wesen der Menschenwelt zu retten, haben sie dieses Mal die himmlischen Geheimnisse vollständig enthüllt und die Wahrheit über die Unterwelt und die verschiedenen Höllenstrafen öffentlich gemacht. Heute tun die Wesen in der Menschenwelt Böses, glauben nicht an Ursache und Wirkung und handeln nach Willkür. Sexuelles Fehlverhalten, Töten, Stehlen und Lügen haben beinahe ein nicht mehr beherrschbares Ausmaß erreicht. Damit vergehen sie sich schwer gegen den Himmel und stören das Gleichgewicht des aufrechten Qi von Himmel und Erde. Das Buch Die unerbittlichen Gesetze der Unterwelt erscheint in der Hoffnung, wenigstens einen Teil derer aus dem Meer des Leidens zu retten, die zwar Böses getan haben, deren Gewissen aber noch nicht erloschen ist.“
„Nun gut! Gehen Sie rasch nach Hause und schreiben Sie Ihren Text. Ich werde mich meinen Amtsgeschäften widmen!“
„Amitābha! Ich danke dem mitfühlenden Herrn Richter, der mir trotz seiner vielen Aufgaben geholfen hat. Ayu legt dankbar die Handflächen zusammen!“
Auf der weißen Lotusblüte geht es nach Hause!
18. Auf keinen Fall angeln – die Hölle Guhun Dudiao Jianhaiyu