Der Richter sagte: „Ayu! Heute müssen wir uns beeilen, mehrere Katastrophen und Unglücksfälle in der Menschenwelt zu bearbeiten. Deshalb sind alle sehr beschäftigt. Sie sind herzlich willkommen, Ihren Besuch an einem anderen Tag fortzusetzen!“
„Amitābha! Ich, Ayu, lege vor dem Richter die Hände zusammen. Herr Richter, Sie haben sich viel Mühe gemacht! Gehen Sie nur Ihrer Arbeit nach! Vielen Dank!“
Auf der weißen Lotusblüte nach Hause!
17. Die Vergeltung für verletzende Rede – die äußerst schmerzhafte Hölle der Giftschlangen und der mit Nägeln durchbohrten Därme
Dank für den Beistand der Kraft des Buddha! Auf der weißen Lotusblüte geht es los!
„Amitābha! Ich, Ayu, lege vor dem Richter die Hände zusammen!“
„Darf ich Sie fragen, Herr Richter: Wenn Menschen in der Welt der Lebenden beim Sprechen jedes Maß verlieren, mit allerlei Worten die Selbstachtung anderer verletzen und sie wütend beschimpfen; wenn Eltern ihre Kinder schlagen und schelten, Eheleute miteinander streiten, mit ihren Worten niemanden schonen und andere mit bösartigen Worten verfluchen – führen solche Handlungen dazu, dass man in die Hölle fällt und bestraft wird?“
Der Richter antwortete: „Wenn jemand häufig böse Worte von sich gibt, Zorn im Herzen trägt, niemanden schont und andere mit bösartigen Worten verletzt und beschimpft, zählt all das als verletzende Rede. Dazu gehört zum Beispiel, jemanden ein Vieh zu nennen, ihm zu sagen, er solle sterben, ihn damit zu verfluchen, dass er ohne Söhne und Enkel bleiben oder nach seinem Tod nicht einmal einen Platz für sein Grab finden möge. Es kann sogar so weit gehen, dass man gerade die Dinge verflucht, die diesem Menschen am meisten am Herzen liegen. Nehmen wir etwa einen Mann, der sich sehr einen Sohn wünscht. Seine Frau kann in diesem Leben aber schon keine Kinder mehr bekommen, und er hat nur fünf Töchter. Wer verletzende Rede begeht, greift ihn absichtlich mit bösartigen Worten an: Er werde ohne Söhne und Enkel bleiben, habe zwar Geld und ein Haus, doch niemand werde darin wohnen, also solle er es den Geistern überlassen, und dergleichen mehr. Im leichteren Fall verdirbt das dem Mann die Stimmung; im schwereren Fall führt es zu Unfrieden in der Familie oder sogar dazu, dass er eine außereheliche Beziehung eingeht und eine andere Frau sucht, mit der er einen Sohn bekommen kann. Wenn in den einzelnen Familien keine Eintracht herrscht, entsteht daraus gesellschaftliche Unruhe. Gegenwärtig gibt es viele Menschen in der Welt der Lebenden, die durch ihre verletzende Rede andere so beschämen, dass diese nicht mehr wissen, wohin sie sich verkriechen sollen, sich ihres Lebens schämen und sich manche sogar das Leben nehmen. Alle groben und bösen Worte, die Körper, Psyche und Geist eines lebenden Menschen verletzen, gehören zur verletzenden Rede, insbesondere allerlei äußerst bösartige Äußerungen.
Wer verletzende Rede begeht, fällt in die Hölle und erleidet dort Strafen. Verletzende Rede bildet einen Teufelskreis schlechter Gewohnheiten. Sie geht mit Gier, Zorn und Verblendung einher. Allen, die verletzende Rede begehen, ist Zorn gemeinsam; nur sind ihre Böswilligkeit und ihre karmische Belastung unterschiedlich stark. Schon ein einziges verletzendes Wort gegen einen Heiligen, der durch seine Praxis spirituelle Verwirklichung erlangt hat, genügt, um einen lebenden Menschen in die Hölle fallen und dort unermessliche, grenzenlose Qualen aller Art erleiden zu lassen. Selbst wenn seine Vergeltung in der Hölle erschöpft ist, wandert er weiter durch den Daseinsbereich der Tiere und erleidet all deren Leiden. Wird er danach wieder als Mensch geboren, lebt er ebenfalls in niedrigem Stand, bis die verbleibende Vergeltung für seine verletzende Rede vollständig getilgt ist. Während dieser langen Zeit, in der die karmische Vergeltung für verletzende Rede heranreift, lässt das übermäßige Leid sehr leicht neues Karma entstehen. Dadurch nimmt das Leiden erst recht kein Ende. Nur wenn man der Führung eines wahrhaft guten spirituellen Lehrers begegnet, den Entschluss fasst, seine vielfältigen falschen Handlungen zu berichtigen, Gutes tut und Verdienste sammelt, entstehen die heilsamen Ursachen und Bedingungen dafür, gerettet zu werden und das Meer des Leidens zu verlassen. Andernfalls ist es wahrhaft ein grenzenloses Meer des Leidens, in dem man zehntausend Kalpas lang versinkt!
Unter denen, die in die Hölle fallen und dort Strafen erleiden, sind viele, die zu Lebzeiten als Eheleute, Freunde, Kollegen, Eltern oder Geschwister im Umgang miteinander verletzende Rede begangen haben. Am häufigsten kommt sie zwischen Eheleuten vor, und dort begeht man sie auch am leichtesten. Frauen machen dabei einen etwas größeren Anteil aus. Ich als Richter möchte deshalb allen Frauen ans Herz legen, gut über das Karma ihrer Rede zu wachen. Viele Frauen haben selbst schweres dunkles Karma. Von diesem dunklen Karma aus der Vergangenheit gelenkt, erleben sie im Laufe ihres Lebens körperliche und seelische Schwierigkeiten aller Art. Manche begehen, wenn sie jeden Monat unter Menstruationsbeschwerden leiden, unweigerlich allerlei verletzende Rede und schaden damit den Menschen um sie herum.