Hier waren viele schuldige Geister. Dunkelrote Giftschlangen flogen aus den Computern hervor und bissen ihnen in Mund und Zunge. Jeder Computer stieß furchterregende, äußerst unangenehme Geräusche aus. Wenn ein schuldiger Geist in Mund und Zunge gebissen wurde, durchdrang das Gift seinen ganzen Körper, der sich schwarz und violett verfärbte. Unter Schmerzen stürzte er zu Boden. Manche schrien laut, andere brachen stumm zusammen und verloren das Bewusstsein. Dann stießen die Giftschlangen allerlei schreckliche Geräusche direkt an ihren Ohren aus, um sie zu wecken. Sobald die schuldigen Geister erwachten, schossen spitze, glühend rote Haken vom Boden empor und packten sie an beiden Ohren. Mit einem „Zisch, zisch, zisch“ schmolzen ihre Ohren augenblicklich. Gleichzeitig zogen die Giftschlangen ihnen weiterhin Zungen und Därme heraus und warfen sie auf den Boden. Dann strömte dampfendes, kochendes Wasser aus den Computern und brühte die Zungen und Därme durch, bis sie ganz klein geworden waren. Aus manchen Computern flogen jedoch harte Eisbrocken hervor, die Zungen und Därme zu blutigen Fetzen zerschmetterten und das Blut in alle Richtungen spritzen ließen.
Nachdem die Zungen und Därme der schuldigen Geister vom kochenden Wasser durchgebrüht und von den harten Eisbrocken zerschmettert worden waren, flogen kleine, an beiden Enden spitze Eisennägel aus den Computern und bohrten sich dicht an dicht in die Zungen und Därme. Dann packten die Giftschlangen diese mit dem Maul und stopften alles zurück in die Münder der schuldigen Geister. Diese schrien vor Schmerz und wälzten sich stöhnend auf dem Boden. So litten sie ohne Unterbrechung in einem immer wiederkehrenden Kreislauf, ohne jede Ruhepause.
Die Bestrafung in dieser Hölle für verletzende Rede lief mit einer so ungeheuren Geschwindigkeit ab, dass einem beim Zuschauen die Augen flimmerten. Was sich mit Worten erklären lässt, ist immer noch sehr begrenzt. Ich, Ayu, versuche jedenfalls, so viel wie möglich zu schildern, damit alle davon erfahren. Bei diesem Besuch waren tatsächlich noch viel zu viele weitere Strafen zu sehen, um sie aus Zeitgründen eine nach der anderen beschreiben zu können.
Da warf sich plötzlich eine schuldige Geisterfrau mit aller Kraft in meine Richtung auf die Knie und schlug ihre Stirn auf den Boden. Der Yakṣa ließ sie natürlich nicht gewähren, sondern trat sie grausam zurück neben den Computer. Ach! In der Hölle gab es wahrhaft keine Menschlichkeit! Die Geisterfrau tat mir so leid! Der Richter wies den Yakṣa nun an, sie zu mir zu bringen, damit ich sie für meinen Bericht befragen konnte. Der Yakṣa packte sie und brachte sie herüber.
Die schuldige Geisterfrau kniete vor mir und sagte: „Xiao Yuzi, retten Sie mich! Xiao Yuzi, retten Sie mich! Xiao Yuzi, retten Sie mich! Sie müssen Xiao Yuzi sein!“ Xiao Yuzi war der Kosename, mit dem mich alle gewöhnlich riefen, als ich als Kind bei meiner Großmutter väterlicherseits wohnte. Ich hatte diese Stadt schon vor mehr als zwanzig Jahren verlassen. Wer war die Frau vor mir? Sicherlich eine Nachbarin aus meiner Kindheit.
Ich war für einen Moment wie erstarrt und sagte: „Entschuldigen Sie! Wir müssen einander früher begegnet sein. Sind Sie eine Freundin meiner Großmutter? Es ist schon sehr lange her, dass mich jemand aus der älteren Generation so genannt hat. Darf ich fragen, wie Sie hierhergekommen sind?“
Mit dem Hinscheiden meiner Großmutter war dieser Kosename vollkommen verschwunden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ausgerechnet heute in der Hölle wieder jemanden hören würde, der mich so nannte. Bilder vergangener Tage tauchten auf, als liefe die Zeit rückwärts. Plötzlich überkam mich tiefe Trauer.
Die schuldige Geisterfrau sagte: „Xiao Yuzi! Es ist ganz normal, dass Sie sich nicht an mich erinnern. Ich hatte nur wenig Umgang mit Ihrer Großmutter. Wir wohnten nicht weit voneinander entfernt, aber an meinem Haus führte der Weg vorbei, den alle nehmen mussten. Als Kind hüpften und sprangen Sie immer gern beim Gehen. Sobald Sie vorbeikamen, wusste ich allein an Ihren Schritten, dass Sie es waren. Sie kamen oft an meinem Haus vorbei, während ich im Wohnzimmer arbeitete, und dann konnte ich Sie von der Seite sehen. Damals fragten meine beiden Töchter immer: Warum darf Xiao Yuzi jeden Tag spielen, während wir jeden Tag unablässig so viel Hausarbeit erledigen müssen? Ich aber beschimpfte meine Töchter mit verletzenden Worten: ‚Selbst schuld, dass ihr von Geburt an so niederträchtige Geschöpfe mit einem erbärmlichen Schicksal seid und in eine arme Familie mit einem kleinen Haus hineingeboren wurdet! Ihr seid doch alle dem frühen Tod geweiht! Und dann enttäuscht ihr mich auch noch damit, dass ihr als Mädchen geboren seid! Wärt ihr Jungen, würde ich euch jeden Tag zum Spielen hinauslassen. Los, an die Arbeit! Was gibt es da zu beneiden? Xiao Yuzi hat zu Hause doch bloß ein bisschen mehr stinkendes Geld. Was nützt ein großes Haus, wenn niemand darin wohnt? Auch wenn sie jeden Tag spielt, was ist schon so Besonderes an ihr? Sie ist doch genau wie ihr dem frühen Tod geweiht und wird auch nicht zum Jungen.‘“
„Ihre Großmutter war bei uns für ihre Ehrlichkeit und Gutmütigkeit bekannt und half anderen gern. Alles, was sie besaß, lieh sie den Leuten stets aus; sie mussten es nicht einmal zurückgeben. Doch nachdem ihre Schwiegertöchter nach und nach ins Haus gekommen waren, musste sie anderen hinter deren Rücken Dinge leihen. Sonst wurde sie von ihnen beschimpft. Sie erduldete alle möglichen Schikanen ihrer Schwiegertöchter. Damals dachte ich immer: Ihre Großmutter wurde nur deshalb von mehreren Schwiegertöchtern in der Familie jahrelang schikaniert, weil sie so gutmütig war. Darum musste ich noch strenger und grausamer sein, damit mich niemand schikanieren konnte. Ihre Großmutter sagte, sie sei seit Ihrer Geburt viel glücklicher. Oft erzählte sie allen von Ihrer Willensstärke und davon, dass Sie besonders das Wesen eines Jungen hätten. Eben habe ich Sie von der Seite gesehen und plötzlich gespürt, dass Sie Xiao Yuzi sind. Erinnern Sie sich noch an den Vorfall vor zwanzig Jahren in Ihrer Heimatstadt, als eine Schwiegertochter ihrer Schwiegermutter einen Finger abbiss?“
Ayu: „Ah! Jetzt erinnere ich mich. Sie sind also diese Tante! Diese Geschichte war so bekannt, dass ich davon gehört hatte, aber ich wusste nicht, wer es gewesen war. Damals war ich noch klein und verstand nichts von den Angelegenheiten der Erwachsenen. Meine Großmutter erzählte, dass Sie und Ihre Schwiegermutter nicht miteinander auskamen. Anscheinend wünschte sich Ihre Schwiegermutter einen Enkelsohn, doch Sie bekamen ausgerechnet hintereinander zwei Töchter, zwei ‚goldene Blüten‘. Ich hörte auch, dass Sie beide offenbar häufig stritten. Aber Tante, Sie sind doch noch gar nicht so alt. Wie sind Sie so schnell in die Hölle gekommen?“