Auch die Krieger, die dem General folgten, schlossen sich ihm an und legten gemeinsam mit ihm das Gelübde ab, alle gesetzesbrecherischen, hinterhältigen und listigen Übeltäter streng zu bestrafen. Als der General damals in tiefster Trauer dieses Gelübde ablegte, machte er sich selbst Vorwürfe, weil er unzureichend vorgesorgt und dadurch die schwere Niederlage seiner ihm unterstellten Truppen mitverursacht hatte. Sich selbst Vorwürfe zu machen gehört zu den geistigen Trübungen des Zorns. Es war eine Art guten Gelübdes, das mit einem bösen Rachegelübde vermischt war. Eben dieses Gelübde führte dazu, dass der General zu Yanwang, dem obersten Herrscher der Unterwelt, wurde.
Jetzt muss Yanwang in der Unterwelt täglich morgens, mittags und abends jeweils fünfzehn Minuten lang die Qual erdulden, dass ihm heißer Sand in die Kehle gegossen wird. Sobald jeden Tag die Zeit der Bestrafung gekommen ist, packen ihn die beiden Yakṣas, die für seine Bestrafung zuständig sind, gemeinsam. Ein Yakṣa hält seinen Kopf fest, während der andere heißen Eisensand hervorholt und ihm unablässig in die Kehle schüttet. Yanwang verliert dabei das Bewusstsein und bricht zusammen; dann weckt ihn der karmische Wind wieder auf. Sobald er wieder erwacht ist, packen ihn die beiden Yakṣas erneut und schütten ihm wieder heißen Eisensand in die Kehle. So wiederholt sich die Bestrafung fünfzehn Minuten lang. Nach Ablauf der fünfzehn Minuten kommt Yanwang von selbst wieder zu Bewusstsein, und alles kehrt zum Normalzustand zurück.
Dass Yanwang die Qual des heißen Eisensandes in seiner Kehle erleidet, ist die karmische Vergeltung für seinen einstigen Racheschwur. In der Menschenwelt legen täglich Menschen große und kleine böse Gelübde ab. Sobald jemand ein böses Gelübde ablegt, wird sein Körperlicht augenblicklich matt. Das negative Magnetfeld dieses Gelübdes bindet denjenigen, der es abgelegt hat, Leben für Leben fest an sich.
Wird das angeborene Körperlicht eines Menschen beschädigt, so begegnet er im Leben Hindernissen auf Schritt und Tritt und muss weit mehr Mühsal ertragen, es sei denn, er bereut rechtzeitig aufrichtig, reinigt sich dadurch und begeht den Fehler künftig nie wieder. Wenn bei jemandem, der ein böses Gelübde abgelegt hat, vor dem Heranreifen seiner karmischen Vergeltung das gute Karma weniger wiegt als das böse und er auch weiterhin keine Gelegenheit hat, einem guten geistigen Weggefährten zu begegnen, der ihn zur Reue anleitet, dann bleibt sein Leben im negativen Magnetfeld dieses Gelübdes verstrickt, bis dessen böse Frucht herangereift ist. Das wird unermessliches Leid mit sich bringen.
Ich hoffe, dass Ayu diesen Text möglichst bald fertigstellt und die Menschen darüber unterrichtet, dass sie zu keiner Zeit böse Gelübde ablegen sollen. Wer früher solche Gelübde abgelegt hat, soll dies möglichst bald bereuen. Gute Gelübde hingegen darf man in unbegrenzter Zahl ablegen; man soll sie auch in die Tat umsetzen und sich mit aller Kraft bemühen, sie zu erfüllen.
Gegenwärtig gibt es in der Menschenwelt viel zu viele Menschen, die gegen die Gebote verstoßen, und nur sehr wenige, die sie einhalten. Das gesamte große Magnetfeld ist daher in einem schlechten Zustand. Auch dies ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass die Gedanken der Menschen leicht auf Abwege geraten.
Wenn fühlende Wesen wegen ihres allzu schweren dunklen Karmas vorläufig noch nicht über alle Ursachen und Bedingungen verfügen, die zur Einhaltung der Gebote erforderlich sind, brauchen sie sich weder zu sorgen noch den Mut zu verlieren: Wäre ihr Karma nicht schwer, würden sie nicht in der Sahā-Welt geboren. Zunächst sollen sie den Entschluss fassen, ihr früheres dunkles Karma zu bereuen. Dann sollen sie geloben, Leben für Leben den festen Willen zur Einhaltung der Gebote zu besitzen. Wenn sie zusätzlich den Buddha-Namen rezitieren, vegetarisch leben und sich tatkräftig um alle möglichen guten Handlungen bemühen, wird die Qualität ihres künftigen Lebens mit Sicherheit allmählich steigen. Nur diese Methode vermag schlechtes Karma wirklich und vollständig zu beseitigen, für immer vom Leid zu befreien und die Zukunft Schritt für Schritt dem Licht entgegenzuführen.
Alle fühlenden Wesen, denen es vergönnt ist, diesen Text zu sehen, haben in früheren Leben einige Segnungen angesammelt. Wer ihn weiterverbreitet und andere davon unterrichtet, dem werden in der Unterwelt zwei gute Verdienste angerechnet. Wer lediglich seine eigenen Fehler berichtigt, dem wird in der Unterwelt ebenfalls ein gutes Verdienst angerechnet.
Gut! Heute Abend habe ich, der Chenghuang, auch die Zusammenhänge erklärt, die mit bösen Gelübden verbunden sind. Es ist schon spät, und in der Menschenwelt wird es bald hell. Ayu, kehren Sie nun möglichst bald zurück und schreiben Sie diesen Text fertig. Wenn es künftig nötig ist, sind Sie jederzeit wieder willkommen.“
Ayu: „Ja, gern! Ich werfe mich ehrerbietig vor dem Chenghuang nieder! Ich danke dem Chenghuang! Ich werfe mich ehrerbietig vor dem Richter der Unterwelt nieder! Ich danke dem Richter der Unterwelt! Ayu kehrt nun zurück. Namo Amitābha!“