Als ich mit dem Schreiben begann, gab es besonders viele dämonische Hindernisse. Ich schlief ohnehin schon wenig, und nichtmenschliche Wesen nutzten stets meinen Schlaf, um mich heftig zu stören und meine Kräfte aufzuzehren. Als ich später ihre Absicht erkannte, ließ ich mich im Traum nicht mehr auf sie ein. Das Einlassen auf sie vergeudete nur meine Kräfte und beeinträchtigte die Arbeit am Buch. Denn „Die unerbittlichen Gesetze der Unterwelt“ kann ich nur schreiben, wenn ich in bester Verfassung bin.89
In letzter Zeit habe ich einige körperliche Schmerzen erlitten und muss nun beginnen, meine innere Kraft selbst zu stärken. Heute will ich, Ayu, alle Hindernisse und körperlichen Schmerzen in Antrieb für meine Praxis verwandeln. Möge ich allein stellvertretend die Hindernisse und Leiden aller Wesen unter dem Himmel auf mich nehmen und sie sämtlich in Antrieb für meine Praxis verwandeln.
Ich werfe mich ehrerbietig vor meinem verehrten Lehrer nieder, der mich so gewissenhaft unterweist! Ich werfe mich ehrerbietig vor allen ehrwürdigen Meistern der Überlieferung und allen großen Tugendhaften nieder, die den rechten Dharma praktizieren und große Verwirklichung erlangt haben!
Ich werfe mich ehrerbietig vor allen Buddhas und Bodhisattvas der zehn Richtungen nieder! Ich werfe mich ehrerbietig vor dem großen Bodhisattva Kṣitigarbha nieder!
Heute will ich, Ayu, gestützt auf Kṣitigarbhas übernatürliche Macht und Segenskraft, die Hindernisse durchbrechen und die Hölle besuchen, um unmittelbar mitzuerleben und aufzuzeichnen, wie Kṣitigarbha die dortigen Wesen befreit!
Namo Kṣitigarbha! Namo Kṣitigarbha! Namo Kṣitigarbha! Namo Kṣitigarbha, Bodhisattva des großen Gelübdes! Namo Kṣitigarbha, Bodhisattva des großen Gelübdes! Namo Kṣitigarbha, Bodhisattva des großen Gelübdes!
Auch ich, Ayu, will Kṣitigarbhas Beispiel folgen und die leidenden Wesen aus dem Meer des Leidens befreien. „Die unerbittlichen Gesetze der Unterwelt“ muss unbedingt so bald wie möglich erscheinen, damit die verblendeten und irrenden Wesen der Menschenwelt umkehren und das rettende Ufer erreichen, das Böse aufgeben und dem Guten folgen und bald das ursprüngliche Leuchten ihres Geistes wiedererlangen.
Ich danke Kṣitigarbha für den Segen seiner Buddhakraft! Auf der weißen Lotusblüte breche ich auf!
Ich bin in der Hölle angekommen! Ich werfe mich ehrerbietig vor Kṣitigarbha nieder! Kṣitigarbha lächelt voller Mitgefühl! Stets strahlt der Bodhisattva in seinem großen Mitgefühl helles Licht aus! Kṣitigarbha zeigt sich in der mitfühlenden Gestalt eines Mönchs und sitzt im vollen Lotussitz. Diesmal ist die Lotusblüte, auf der er sitzt, blaugrün. Zum ersten Mal sehe ich ihn auf einer blaugrünen Lotusblüte sitzen. In der linken Hand hält der Bodhisattva ein rosafarbenes Juwel, in der rechten einen goldenen Ringstab. Neben ihm befindet sich auch sein Reittier namens Di Ting. Zu seiner Linken steht ehrerbietig der Dharma-Meister Daoming, zu seiner Rechten der Dharma-Beschützer Min Gong. Ich werfe mich ehrerbietig vor dem Dharma-Meister und dem Dharma-Beschützer nieder!
Diesmal bin ich, gestützt auf Kṣitigarbhas übernatürliche Macht und Segenskraft, unmittelbar in die Hölle gelangt, ohne die anderen Wege in ihrem Inneren zu durchqueren. Wir schauen aus der Luft hinunter. Ich stehe unterhalb Kṣitigarbhas, bin der Hölle also etwas näher. Schon höre ich traurige Schreie und sehe, wie Kṣitigarbha sein Licht in die Hölle strahlen lässt und seinen Segen spendet.