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《阴律无情》

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Dharma-Meister Daoming teilt mir mit, dass diese Hölle „Hölle des Wehgeschreis“ heißt. Heute ist Kṣitigarbha hierhergekommen, um einen schuldigen Geist zu befreien und in einen höheren Daseinsbereich aufsteigen zu lassen. Welch gewaltige karmische Segnungen, dass Kṣitigarbha ihm sein Mitgefühl und Erbarmen schenkt!

Dharma-Meister Daoming sagt, dass die Nachkommen des schuldigen Geistes Tag und Nacht das „Kṣitigarbha-Sutra“ rezitieren und dadurch den Bodhisattva zum Kommen bewegt haben. In einem seiner früheren Leben war dieser schuldige Geist ein Mönch, der den buddhistischen Weg praktizierte. Weil er in jenem Leben die Gebote nicht hinreichend rein eingehalten hatte, erlangte er keine Befreiung. Danach wurde er in einer reichen und angesehenen Familie der Menschenwelt wiedergeboren und begann, moralisch zu verfallen. Nachdem er gegen die Regel verstoßen hatte, die sexuelles Fehlverhalten untersagt, sank er immer weiter hinab, bis er in die Hölle gelangte.

Nun gibt Kṣitigarbha Min Gong ein Zeichen, hinabzugehen. Min Gong geht hinunter und sagt zu zwei Geisterschergen der Unterwelt: „Kṣitigarbha möchte den männlichen schuldigen Geist XXX sehen.“ Nach einer Weile führen die Geisterschergen einen männlichen Geist heraus, der leidet, blutet und am ganzen Körper zittert. Vor Schmerzen kann er überhaupt nicht sprechen. Er sieht kaum noch wie ein Geist aus, geschweige denn wie ein Mensch. Sein Geistkörper ist so zerbrechlich, dass ich das Gefühl habe, ein heftiger Windstoß könnte ihn jetzt wer weiß wohin fortwehen.

Kṣitigarbha unterweist den männlichen Geist: „Heute ist Ayu, eine Frau aus der Welt der Lebenden, zu einem Besuch in die Hölle gekommen. Sie soll ein von der Unterwelt in Auftrag gegebenes Buch zur Ermahnung zum Guten schreiben, ‚Die unerbittlichen Gesetze der Unterwelt‘. Es soll die Wesen in der Welt der Lebenden befreien und sie dazu bringen, die fünf Gebote einzuhalten und die zehn heilsamen Handlungen zu üben, ihre Herzen zu läutern, Gutes zu tun und Tugend anzusammeln, damit sie nach dem Ende ihres Lebens die qualvollen karmischen Folgen in der Hölle vermeiden. Erzähle Ayu nun: Wie bist du in die Hölle gelangt? Wie fühlst du dich jetzt?“

Der männliche Geist nickt, bringt aber kein Wort hervor. Da nimmt Dharma-Meister Daoming das rosafarbene Juwel aus Kṣitigarbhas Hand und steigt zu dem schuldigen Geist hinab. Der Dharma-Meister rezitiert rasch Kṣitigarbhas Mantra des Dharmakaya-Siegels: „Oṃ. Bōluómòlíntuóníng. Svāhā.“ Sofort strahlt das Juwel helles Licht aus, das die ganze Hölle des Wehgeschreis erhellt. Die Qualen in dieser Hölle werden augenblicklich unterbrochen und gelindert, und alle schuldigen Geister fühlen sich auf einmal an Leib und Geist ruhig und geborgen. Der männliche Geist leidet sofort keine Schmerzen mehr. Es ist, als durchströme ein mächtiger warmer Strom seinen Körper. Endlich kann er sprechen. Selbst ich spüre den Segen dieser Wärme.90

Der männliche Geist sagt, er habe zu Lebzeiten sexuelles Fehlverhalten begangen. Außerdem sei er auf einen Laienanhänger neidisch gewesen, der den rechten Dharma praktizierte. Es habe ihm missfallen, dass dieser überall den rechten Dharma verbreiten konnte und dafür verehrt wurde. Deshalb habe er ihn verleumdet und behauptet, er halte die Gebote nicht rein ein. Wegen dieser Verleumdung hätten sich viele Gläubige abgewandt, wodurch er ihre Praxis und ihr spirituelles Leben der Weisheit abgeschnitten habe. Obwohl er selbst im Alltag den Buddha-Dharma praktiziert habe, sei er nach seinem Tod dennoch in die Hölle gefallen, um die karmischen Folgen zu erleiden. Jede Minute und jede Sekunde sei von äußersten Qualen erfüllt. Zum Glück sei sein Sohn in der Welt der Lebenden inzwischen erwachsen und habe begonnen, den Buddha-Dharma zu lernen. Er praktiziere mit großem Eifer und rezitiere täglich das „Kṣitigarbha-Sutra“, dessen Verdienste er ihm widme.

Da kniet der männliche Geist nieder und ruft laut unter bitterlichem Weinen: „Kṣitigarbha von großem Mitgefühl, bitte rettet mich hier heraus! Die Qualen hier sind wirklich unerträglich! Ich werde gewiss ein neuer Mensch werden und durch Verdienste meine Schuld wiedergutmachen. Ich schwöre, Leben für Leben den rechten Dharma zu praktizieren und zu schützen. Bitte rettet mich hier heraus! Jetzt weiß sogar mein Kind, dass es seinen Eltern kindliche Ehrfurcht erweisen soll, und rezitiert täglich das ‚Kṣitigarbha-Sutra‘, dessen Verdienste es mir widmet. Ich dagegen habe die unheilsamen karmischen Früchte geschaffen, die in die Hölle führen. Auch ich will Leben für Leben in der Menschenwelt wiedergeboren werden, die Gebote rein einhalten, ein guter Mensch sein und einen Beitrag zur Gesellschaft leisten.“

Durch Kṣitigarbhas Segen erinnert sich der schuldige Geist daran, dass er früher einmal Kṣitigarbhas heiligen Namen rezitiert hat. Nun wiederholt er im Herzen unablässig „Namo Kṣitigarbha“, und auch das Licht seines Herzens wird heller. Der männliche Geist bemerkt, dass sein Körper leichter zu werden beginnt. Umso unablässiger rezitiert er „Namo Kṣitigarbha“, und sein Körper beginnt emporzuschweben. Ich frage Kṣitigarbha: „Warum kann dieser männliche Geist so schnell in einen höheren Daseinsbereich aufsteigen?“

Kṣitigarbha erklärt: „Als der männliche Geist in einem früheren Leben Mönch war, hielt er die Gebote zwar nicht durchweg rein ein, doch gab es auch Zeiten, in denen er die Bhikṣu-Regeln rein wahrte. Gerade durch diese karmischen Segnungen wurde er in der Menschenwelt wiedergeboren, sieben Leben lang in reichen und angesehenen Familien, und hatte Kinder, die ihm kindliche Ehrfurcht erwiesen. Doch als er im siebten Leben gegen die Regel verstieß, die sexuelles Fehlverhalten untersagt, und Verleumdung beging, fiel er in die Hölle und erlitt dort Strafen. Dass er diesmal aufsteigen kann, liegt an der großen Kraft der Verdienstwidmung seines ehrerbietigen Sohnes: Dieser tut in der Menschenwelt für ihn Gutes, sammelt Tugend an und hat großes Bodhicitta erweckt. Hinzu kommt, dass der männliche Geist selbst aufrichtig bereut. Die Buddhas und Bodhisattvas geben kein einziges Wesen auf, das befreit werden kann.“

Kṣitigarbha sagt weiter, dass dieser männliche Geist nach seiner Wiedergeburt in der Menschenwelt weiterhin die verbleibenden karmischen Folgen seines sexuellen Fehlverhaltens und seiner Verleumdungen erleiden muss. Er wird als Frau wiedergeboren werden und als karmische Folge eine Scheidung erleben. Niemand wird ihr glauben, wenn sie die Wahrheit sagt. Doch nachdem dieser männliche Geist als Frau wiedergeboren worden ist, wird sie gewiss den Buddha-Dharma praktizieren. Wenn sie mit festem Vertrauen praktiziert, den rechten Dharma schützt und unterstützt und die in der Hölle gegebenen Versprechen verwirklicht, wird ihr Geistkörper nach und nach sein Leuchten wiedererlangen.91

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