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《阴律无情》

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Die Menschen von heute sind in ihrem Denken und ihrer Lebensweise offen. Kleidung, wie sie in großen Einkaufszentren verkauft wird – etwa Tanktops und Oberteile mit schmalen Trägern –, gilt heute als normal; in alter Zeit wäre es völlig undenkbar gewesen, dass Frauen sich so kleideten. Sexshops gibt es inzwischen überall. Die Zeitungen an den großen Kiosken und die Titelbilder der Zeitschriften zeigen fast nur noch Bikinis oder tief ausgeschnittene Kleidung. Kinder sehen das zwangsläufig jeden Tag; da fällt es ihnen schwer, nicht schlechte Dinge zu lernen. Buddhas und Bodhisattvas haben festgestellt, dass es der Welt inzwischen stark an geistiger Bildung mangelt. Sie sorgen sich um den geistigen Verfall der Lebewesen, auf den unweigerlich eine Katastrophe nach der anderen folgen werde. Zwar verbreiten wohlmeinende Menschen weiterhin Botschaften und Texte, die die Welt zum Guten wenden sollen. Doch wenn die Lebewesen nicht vom Bösen zum Guten übergehen, werden sie am Ende ihres Lebens gewiss in die Hölle fallen, dort alle Arten grausamer Strafen erleiden und keinen Tag der Befreiung erleben.

Der Himmlische Kaiser sieht voller Mitgefühl, dass viele große Höllen bereits völlig überfüllt sind und weitere gebaut werden müssen. Besonders in den Höllen für sexuelles Fehlverhalten leiden viele sehr junge Kinder, weil ihnen eine gute Erziehung im Denken und eine Unterweisung über Ursache und Wirkung in hohem Maße fehlen. Das ist ein großes Leid für die Lebewesen der Menschenwelt! Deshalb bat der Himmlische Kaiser Buddha ausdrücklich, einen geeigneten Schüler aus der Menschenwelt auszuwählen, der reine Gebote einhält. Dieser sollte bei vollem Bewusstsein die Höllen besichtigen, danach in die Menschenwelt zurückkehren und ein Buch schreiben, das die Zustände dort genau festhält und den Menschen davon berichtet. Es sollte Die unerbittlichen Gesetze der Unterwelt heißen. Nach jedem Besuch in der Hölle werden die Berichte in vergleichsweise einfachen Worten niedergeschrieben. Jeder Bericht muss anschließend überarbeitet und darauf geprüft werden, ob er den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, bevor er veröffentlicht werden darf. Um einen Bericht gut zu schreiben, muss Ayu manchmal mehrmals in die Hölle reisen und den Inhalt überprüfen. Das unterscheidet sich völlig von den erbaulichen Büchern, die früher in der Menschenwelt durch Geisterschrift oder Besessenheit entstanden, und ebenso von Berichten über übernatürliche Erlebnisse im Traum.

Der Himmlische Kaiser hofft, dass es den Menschen eine Warnung sein wird, wenn er mir, Shangguan Yuhua, diesmal auf beispiellose Weise erlaubt, die Zustände in der Hölle öffentlich bekannt zu machen. Sie sollen an ihrem Geist und Charakter arbeiten und fortan keine Gebote und Gesetze mehr brechen. Dadurch lässt sich das Risiko, nach dem Tod zur Bestrafung in die Hölle zu gelangen, gewiss erheblich verringern. Wenn diese wirklichen Zustände der Hölle weitererzählt werden, können noch mehr Menschen zur Einsicht kommen, das Schlechte aufgeben, sich dem Rechten zuwenden und eifrig Gutes tun und Segnungen ansammeln. Vielleicht entgehen sie so der Vergeltung für früher geschaffene böse Ursachen, die sie in die Hölle führen würden, und werden an einem gesegneten Ort wiedergeboren; vielleicht erlangen sie auch als Frau einen männlichen Körper. Über die Einzelheiten entscheiden selbstverständlich Buddhas und Bodhisattvas sowie Ursache und Wirkung.

Im Leben jedes Einzelnen gibt es gewiss Stufen, die zum Licht führen und auf denen fühlende Wesen, die aufrichtig bereuen, Schritt für Schritt hinaufsteigen können. So sollen sie verstehen: Wer gute Ursachen schafft, erntet gute Folgen; wer böse Ursachen schafft, erfährt böse Vergeltung. Die karmische Vergeltung folgt einem wie der eigene Schatten. Sie bleibt nicht aus – ihre Zeit ist nur noch nicht gekommen!

Vor einiger Zeit gab Buddha Ayu die Anweisung, die Höllen zu besichtigen und danach darüber zu schreiben, damit alle Ursache und Wirkung verstehen und reine Gebote einhalten. Wer noch keine Gebote einhält, soll sie gewissenhaft einhalten; wer sie bereits einhält, soll sich weiterentwickeln, sich ständig verbessern und mehr zum Wohl aller tun.

Ayu ist eine Schülerin Buddhas, die zu den Drei Juwelen Zuflucht genommen hat und die fünf Gebote einhält. Ich fühle mich geehrt, dass Buddha mir aus Mitgefühl die Gelegenheit gibt, mich an dieser Aufgabe zu versuchen. Im Sutra von den ursprünglichen Gelübden Kṣitigarbhas heißt es: „Wenn es nicht göttliche Macht ist, muss es karmische Kraft sein.“ Ohne Buddhas Beistand hätte Ayu in Wahrheit bei Weitem nicht genügend Verdienst und Weisheit, um diese heilige Aufgabe zu übernehmen. Doch ich werde sie sehr schätzen und alles daransetzen, Buddhas mitfühlenden Auftrag zu erfüllen.

Es gibt einen Spruch: „Wer die Lehre verbreitet, ist ein Bodhisattva; wer sie schützt, ist ein Buddha.“ Tatsächlich stammen alle Verdienste von Buddha. Im Hintergrund hat er sehr, sehr viel vorbereitet und uns seinen Beistand gegeben, ohne dass wir es bemerkt haben. Darum sollten alle sich bemühen, die Gebote einzuhalten und so Buddha und ihren Lehrern für ihre Güte zu danken!

Ehrerbietig niedergeschrieben von der demütigen Schülerin Shangguan Yuhua

1. Wie das Buch „Die unerbittlichen Gesetze der Unterwelt“ entstand (I) – Mit der göttlichen Kraft des Tathāgata zum Himmel der Dreiunddreißig aufsteigen

Dankbar für den Beistand durch Buddhas Kraft! Auf einer weißen Lotusblüte breche ich auf!

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